Rinderflechte – lästig für Tier und Mensch

Die Rinderflechte oder Trichophytie ist eine durch eine Pilzinfektion verursachte Erkrankung der Haut. Sie befällt Kopf und Hals der Rinder, bei schwerem Verlauf aber auch den ganzen Körper. Betroffen sind zumeist Jungtiere.

Die Übertragung erfolgt direkt von Tier zu Tier, aber auch über Insekten, Bürsten, Halfter und andere Gerätschaften. Große Gefahr geht von zugekauften Tieren aus, die symptomlose Träger der Erkrankung sein können. Die Rinderflechte gilt als die häufigste Hauterkrankung des Rindes. In Deutschland wurden 2016 knapp 400 Tierärzte mit einem Fragebogen zur Problematik der Trichophytie befragt. Die überwiegende Mehrheit gab an, die Erkrankung regelmäßig in Betrieben vorzufinden und war der Auffassung, dass Rinderflechte als Bestandsproblem nicht ausreichend wahrgenommen wird.

Krankheitsanzeichen
Erste Anzeichen für Rinderflechte sind gesträubte Haarbüschel. Die Haare brechen ab und es entstehen haarlose, gerötete, kreisrunde, 1-2 cm große Stellen (Abb. 1). Später können sich dicke Borken bilden (Abb. 2). Der Pilz verursacht in der Haut des Rindes fast keine Entzündungssymptome und daher nur wenig Juckreiz. Die Hautveränderungen sind aber schmerzhaft und führen zu Unwohlsein. Sie sind Eintrittspforten für andere Krankheitserreger. Die veränderten Stellen heilen unter Narbenbildung ab. Die Tiere nehmen weniger Gewicht zu. Außerdem sind betroffene Tiere schwer zu verkaufen. 

Erste Anzeichen für Rinderflechte sind gesträubte Haarbüschel. Die Haare brechen ab und es entstehen haarlose, gerötete, kreisrunde, 1-2 cm große StellenSpäter können sich dicke Borken bilden
Abb. 1Abb. 2

Behandlung und Vorbeugung
Die Therapie der Rinderflechte ist mit hohem Arbeitsaufwand verbunden. Einzelne erkrankte Tiere können mit Waschlösungen und Salben behandelt werden, für Bestandsbehandlungen ist das aber zu arbeits- und zeitaufwendig.
Um vorzubeugen bietet sich daher eine Impfung gegen die Pilzinfektion an. Mit der Impfung können sowohl Herden vor der Infektion geschützt als auch erkrankte Rinder behandelt werden. Durch die Impfung verkürzen sich die Krankheitsdauer und die Intensität bestehender Symptome. In Norwegen gilt die Rinderflechte als anzeigepflichtige Erkrankung. Durch strikte Impfkampagnen konnte die Erkrankung nahezu ausgerottet werden.
(Auszug aus dem Artikel „Rinderflechte – lästig für Tier und Mensch", Fleckvieh Austria Magazin 5/19, von Dr. Simone Steiner, Dip. ECBHM, ZAR)