Schreckgespenst positive Hemmstoffprobe

Eine hemmstoffpositive Milchprobe ist ein Schock für die Betriebsleiter. Neben den wirtschaftlichen Folgen durch Abzüge beim Milchgeld, einer vorläufigen Liefersperre und Entsorgungsgebühren stellt sich immer auch die Frage, was die Ursache für die positive Hemmstoffprobe ist.

Was sind Hemmstoffe?
Hemmstoffe sind Rückstände von Arzneimitteln, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, die sich auf das Wachstum von Mikroorganismen hemmend auswirken. Das führt dazu, dass die Milch für weitere Verarbeitungsschritte, bei denen Mikroorganismen zum Einsatz kommen (z.B. Joghurt- oder Käseherstellung), nicht mehr verwendet werden kann. Hemmstoffhaltige Milch darf auch nicht als Konsum- oder Futtermilch verwendet werden, da sie eine Bedrohung der Gesundheit von Mensch und Tier darstellt. Durchfälle, allergische Reaktionen oder die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen können die Folgen sein.

Wie werden Hemmstoffe nachgewiesen?
Der Gesetzgeber schreibt vor, dass angelieferte Rohmilch mindestens einmal pro Monat auf Hemmstoffe untersucht werden muss. Die Untersuchung erfolgt mittels eines mikrobiologischen Tests, dem sogenannten Brilliantschwarz-Reduktionstest, im Milchlabor. Dabei werden Milchproben auf ein Kunststofftablett mit Nährböden pipettiert. Die Nährböden enthalten Sporen eines Testkeims und den Indikator Brilliantschwarz. Anschließend wird das Kunststofftablett für eine festgelegte Zeit in einem Brutschrank bebrütet. Ist die Milch hemmstofffrei, vermehren sich die Testkeime im Brutschrank und bewirken einen Farbumschlag des Indikators von blau zu gelb. Befinden sich Hemmstoffe in der Milch, hemmen diese das Wachstum des Testkeims im Brutschrank und es kommt zu keinem Farbumschlag des Indikators.

Der Test reagiert sehr sensibel. Ab einer Hemmstoffkonzentration von 4 Mikrogramm pro kg Milch gilt der Test als positiv. Das entspricht einer Menge von 4 Gramm hemmender Stoffe in 1 Million kg Milch.
(Auszug aus dem Artikel „Schreckgespenst positive Hemmstoffprobe ", Fleckvieh Austria Magazin 4/15, von Dr. Marco Horn, LK NÖ)