Soll in Zukunft ein Roboter unsere Kühe melken?

In Österreich hat die Anzahl der Betriebe mit automatischem Melksystem (AMS) in den letzten Jahren stark zugenommen. Hält dieser Trend an, werden 2020 bereits 1.000 Betriebe ihre Kühe von einem automatischen Melksystem melken lassen.

Angesichts steigender Herdengrößen und Arbeitsbelastung sind viele Familienbetriebe auf der Suche nach Lösungen, um die täglichen Routinearbeiten im Milchviehstall zu automatisieren.

Erfolgsfaktoren für einen reibungslosen AMS-Betrieb
Der Einsatz eines AMS hat aber nicht nur Auswirkungen auf die Melkarbeit im Betrieb, sondern beeinflusst auch eine Reihe von anderen Arbeitsabläufen, wie die Tierbeobachtung oder Fütterung. Durch den Betrieb eines AMS fällt die zweimal tägliche Tierkontrolle im Zuge des Melkens weg. Umso wichtiger ist es, die Vielzahl der vom Melkroboter erfassten Informationen regelmäßig und gezielt zur Tierbeobachtung und zum Herdenmanagement zu nutzen. Für einen reibungslosen Betrieb des AMS müssen das Stallkonzept, die täglichen Arbeitsabläufe und vor allem die Einstellungen am Melkroboter gut aufeinander abgestimmt sein. Dies erfordert ein hohes Maß an technischem Verständnis und stellt hohe Ansprüche an das Herdenmanagement. Auch das Stallkonzept sollte auf den Betrieb eines AMS ausgerichtet sein.

Welches AMS für meinen Betrieb?
Derzeit melken in österreichischen Milchviehbetrieben Roboter von sechs verschiedenen Firmen. Die Tabelle gibt einen Überblick über die aktuellen Modelle, deren technische Daten und Funktionsweisen. Bei den Angaben handelt es sich um Herstellerinformationen.
Vor der Kaufentscheidung sollte man Angebote mehrerer Firmen einholen und auf die Vergleichbarkeit der Angebote achten. So können zum Beispiel die Zwischendesinfektion des Melkzeugs oder ein Servicevertrag in einem Angebot bereits inkludiert sein, während dies bei einem anderen nicht der Fall ist und noch zusätzlich Kosten anfallen. Auch das Gespräch mit Betrieben, die bereits mit einem AMS melken, kann wertvolle Informationen für die Kaufentscheidung liefern. Man sollte sich die Technik unbedingt vorher in der Praxis ansehen. Wesentlich ist auch das regionale Service des Herstellers. Da auf einem AMS rund um die Uhr Kühe gemolken werden, sind die Erreichbarkeit des Kundenservices und die schnelle Behebung von Störungen besonders wichtig. Von Vorteil ist, wenn mehrere benachbarte Betriebe auf das gleiche Fabrikat setzen. Dadurch sind mehrere Personen in der Umgebung mit der Technik vertraut, können sich bei Störungen helfen und sich im Krankheitsfall oder Urlaub vertreten.

Unabhängige Beratung der Landwirtschaftskammern nutzen!
Was gilt es vor der Umstellung auf einen Melkroboter zu beachten? Worauf kommt es an, um mit dem Melkroboter erfolgreich Milch zu produzieren? Die unabhängigen Beraterinnen und Berater der Landwirtschaftskammern haben in den letzten Jahren viele Betriebe bei genau diesen Fragen unterstützt.
Um ihre Erfahrungen rund um den erfolgreichen Umstieg von herkömmlichem auf automatisches Melken und Tipps für den erfolgreichen Betrieb eines Melkroboters einem breiten Interessentenkreis zur Verfügung zu stellen, haben diese Beraterinnen und Berater zwei Broschüren erstellt:
 Automatische Melksysteme – Tipps für melkende Betriebe und Automatische Melksysteme – Tipps für den erfolgreichen Einstieg
•    Automatische Melksysteme – Tipps für den erfolgreichen Umstieg
•    Automatische Melksysteme – Tipps für melkende Betriebe

Sie haben Interesse an einer Beratung oder den Broschüren?
Sie überlegen den Umstieg auf ein automatisches Melksystem und wollen sich von unabhängigen Experten beraten lassen?
Sie melken bereits mit einem Melkroboter, wollen aber Herdenmanagement, Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit weiter verbessern?

… dann nehmen Sie Kontakt mit den Beratungskräften in Ihrem Bundesland auf!

Ansprechpartner der Landwirtschaftskammer in Ihrem Bundesland:
Burgenland: Gstöhl Johannes Ing., johannes.gstoehl(at)lk-bgld.at, Tel. 02682 702504
Kärnten: Referat Tierische Produktion und Bauen, tierzucht(at)lk-kaernten.at, Tel. 0463 5850 1501
Niederösterreich: Horn Marco Dr., marco.horn(at)lk-noe.at, Tel. 05 0259 23304
Oberösterreich: Fruhstorfer Max, max.fruhstorfer(at)lk-ooe.at, Tel. 050 6902 4262
 Wolkerstorfer Franz, franz.wolkerstorfer(at)lk-ooe.at, Tel. 050 6902 1357
Salzburg: Lintschinger Ignaz BEd, ignaz.lintschinger(at)lk-salzburg.at, Tel. 0662 870 571 264
Steiermark: Freudenberger Gertrude DI, gertrude.freundenberger@lk-stmk.at, Tel. 0316/8050-1278
Tirol: Thurner Johann DI, johann.thurner@lk-tirol.at, Tel. 05 9292 1805
Vorarlberg: Kopf Stephan Ing., stephan.kopf@lk-vbg.at, Tel 05574 400 332

(Auszug aus dem Artikel „Soll in Zukunft ein Roboter unsere Kühe melken?", Fleckvieh Austria Magazin 5/19, von Dr. Marco Horn, BEd, LK NÖ)