Steiermarkschau 2019 am 9. März

Das Interesse an der Steiermarkschau, die am 9. März über die Bühne gegangen ist, war sehr groß. Besucher aus nah und fern füllten zur Gänze die große Greinbachhalle. In seinen Grußworten hob AGÖF-Geschäftsführer Johann Tanzler besonders die Qualität der Ausstellungstiere hervor. Nicht nur er attestierte der Veranstaltung Bundesschauniveau.

Fleckvieh als größter Rassenblock war mit 55 Kühen vertreten, davon 8 Töchter von GS WERTVOLL, die als Nachzuchtgruppe präsentiert wurden. Gerichtet wurden die Fleckviehkühe in acht Gruppen von Dieter Bürger aus Nordbayern, der 2017 als Preisrichter auf der Bundesfleckviehschau in Maishofen tätig war. Er traf seine Entscheidungen sicher und kommentierte sie gut nachvollziehbar. 

Fleckvieh-Kühe mit einer Abkalbung
Bereits die erste Gruppe mit fünf Fleckvieh-Jungkühen rief beim Preisrichter Bewunderung hervor und er meinte, die weite Reise hierher hätte sich gelohnt. Zur Siegerin wählte er die HARIBO-Tochter WALPURGA (MV.:  Waldbrand) von Adelheid Winter, Fladnitz. WALPURGA  überzeugte den Preisrichter mit ihrer Komplettheit in allen Merkmalen. Zweitplatzierte wurde die GS WERTVOLL-Tochter KUKI von Elisabeth Göglburger, St. Peter/K., eine sehr harmonische Kuh mit bestem Eutersitz.

In der zweiten Gruppe der Kühe mit einem Kalb setzte Dieter Bürger die extrem großrahmige EPINAL-Tochter GULSN (MV.: Reumut) von Bernhard Luckner, Kraubath, mit ihrem extrem hohen Euterboden, ihrer exzellenten Oberlinie und ihrem hervorragenden Fundament an die Spitze. Platz 2 konnte aufgrund ihrer Vorzüge in der Strichplatzierung die MINT-Tochter GITTA (MV.: Mungo) vom Bio-Heumilch-Zuchtbetrieb  Josef Köck, Neumarkt, für sich verbuchen.

Die Gruppe der Fleckviehjungkühe altmelk präsentierte sich mit einer einheitlichen Spitze von drei Kühen, die, wie es der Preisrichter nannte, einen absoluten Augenschmaus darstellten. Sie unterschieden sich nur in Nuancen. Alle drei zeigten hervorragende Fundamente, genügend Substanz und hohe Euterböden bei hervorragenden Leistungen. An die erste Stelle setzte Dieter Bürger die REMMEL-Tochter SCHNEEFLOCKE (MV.: Relax) aufgrund ihrer hervorragenden Strichstellung, ihres besonders starken Zentralbandes und ihrer optimalen Oberlinie. Ihr folgten auf den Plätzen 2 und 3 die  EPINAL-Tochter LIPICA (MV.: GS Vogt) von Anna und Christoph Eichberger, St. Margarethen bei Knittelfeld und die MANUAP-Tochter  BIANCA (MV.:  GS Oedstein) von Karin Sattler, Lobmingtal.

Championwahl Fleckvieh Jung
Die sechs Fleckviehjungkühe, die im Finale in den Ring einzogen, nannte der Preisrichter absolute Sonderklasse, hervorragende Fleckvieh-Kühe. Zum Champion kürte er die HARIBO-Tochter WALPURGA  (MV.: Waldbrand) von Adelheid Winter, Fladnitz. „Die mittelrahmige Jungkuh zeigt keine Extreme, lässt aber auch keine Wünsche offen“, so Dieter Bürger. Sie brillierte mit extrem guter Oberlinie, einem glasklaren Fundament und hervorragender Strichstellung. „Eine Kuh, wie sie fleckviehtypischer nicht sein könnte“, lobte Dieter Bürger. Der Reservechampiontitel ging an die nicht minder hervorragende REMMEL-Tochter SCHNEEFLOCKE (MV.: Relax) von Margit und Josef Klampfl, St. Lorenzen am Wechsel.

Champion jung: WALPURGA (Haribo x Waldbrand) von Adelheid Winter, FladnitzChampion jung: WALPURGA (Haribo x Waldbrand) von Adelheid Winter, Fladnitz

Fleckvieh-Kühe mit zwei Abkalbungen
Die erste Gruppe der Kühe mit zwei Abkalbungen zeigte die Bandbreite der Rasse Fleckvieh. Die Entscheidung sei aus diesem Grund nicht ganz einfach gewesen, erklärte Dieter Bürger. Für ihn war die Siegerin aber dennoch eindeutig: Die WEB-Tochter KAMILA (MV.: Waldbrand) von Johann und Sonja Wagner, Unzmarkt. Die extrem gut entwickelte Zweitkalbskuh bestach mit hervorragendem Fundament, ihrem hoch und breit angesetzten, gut beaderten Euter. Aufgrund der Vorteile beim Zentralband konnte sich die MANUAP-Tochter RAUTE (MV.: Romario) von Albert und Andrea Schönbacher, Wenigzell, den zweiten Platz in der Gruppe sichern.

Der zweiten Gruppe der Kühe mit zwei Kälbern bescheinigte Dieter Bürger ein „Wahnsinnsniveau“, wobei die drei Spitzentiere nochmals hervorstachen. Besonders begeisterte er sich für die Gruppensiegerin SABRINA, die vom auf über 1.300 m Seehöhe gelegenen Zuchtbetrieb von Andrea Brunner aus St. Lambrecht stammt. Die umsatzbetonte WALISER-Tochter (MV.: GS Rau) zeigte sich in allen Belangen äußerst ausbalanciert. Auf den zweiten Platz setzte er wegen ihrer gegenüber der Drittplatzierten noch höheren Körperkapazität die MINT-Tochter ZARISSA von Anna u. Christoph Eichberger, St. Margarethen bei Knittelfeld.

Fleckviehkühe mit drei Abkalbungen
Auch die Gruppe der Fleckvieh-Kühe mit  drei Kälbern rief mit ihrer Einheitlichkeit und Frische beim Preisrichter Begeisterung hervor. Zur Gruppensiegerin ernannte er die JANDA-Tochter MALY (MV.: Triomphe) von Johannes Bauer, Ratten. Er erwähnte ihr klares Fundament, ihr herausragendes Zentralband, ihre sehr gute Eutertextur und ihre unglaublich gute Strichverteilung. Gruppenreservesiegerin wurde die typstarke HURRICAN-Tochter GROSSE (MV.: Manitoba) von Johann Schweighofer. Auch sie bewegte sich auf einem sehr guten Fundament.

Fleckviehchampion mittel
Die Wahl fiel dem Preisrichter nicht schwer. Wie er erklärte, habe er sich von Anfang an in diese Kuh verliebt. So kürte er die WALISER-Tochter SABRINA von Andrea Brunner, St. Lambrecht, zum Champion. Reservechampion wurde die WEB-Tochter KAMILA von Johann und Sonja Wagner, Unzmarkt.

SABRINA (Waliser x GS Rau) von Andrea Brunner, St. LambrechtSABRINA (Waliser x GS Rau) von Andrea Brunner, St. Lambrecht (Foto: Baumann)

FV-Kühe mit 4 Abkalbungen
„Es gibt keine Verlierer, jede einzelne Kuh in dieser Gruppe ist von sehr guter Qualität“, so Dieter Bürger. Nichtsdestotrotz musste er zwei Tiere als Siegertiere auswählen. Zur Gruppensiegerin ernannte er die körperstarke WILLE-Tochter WUSSI (MV.: Cadon) von Stephan Ninaus, St. Josef i. d. Weststeiermark, zur Gruppenreservesiegerin die elegante, mit einem überragenden Fundament ausgestattete GS RAVE-Tochter GRETCHEN (MV.: GS Römer) von Herbert Fratzl, Möderbrugg. Diese beiden Kühe konnten auch die Championswahl der älteren Kühe für sich entscheiden.

WUSSI (Wille x Cadon) von Stephan Ninaus, St. Josef i. d. Weststmk.WUSSI (Wille x Cadon) von Stephan Ninaus, St. Josef i. d. Weststmk. (Foto: Baumann)

Fleckvieh-Kühe mit fünf, sechs und neun Kälbern
„Fast unglaublich, dass diese Kühe bereits fünf und mehr Kälber haben. Sie bewegen sich noch sehr jugendlich“, meinte der Preisrichter. An einer Kuh führte in dieser Gruppe kein Weg vorbei: Die GS RAU-Tochter ZIERDE (MV.: Romel) von Johann Schweighofer, Pöllau, bestach als Neuntkalbskuh mit unwahrscheinlicher Vitalität und einem für ihr Alter hochangesetztes, breites Euter. Der Reservesieg in dieser Gruppe ging an die bestens beeuterte GS RAWALF-Tochter SAFIRA (MV.: Laurel) von Herbert Breitenbrunner, St. Lorenzen am Wechsel.

Eliteversteigerung
Mit Außergewöhnlichem wurde dieses Fest der Rinder in der Steiermark beendet und wird so bei vielen Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben: die Versteigerung von vier handverlesenen hochtypisierten Fleckvieh-Jungrindern. Für Staunen sorgten speziell die Zuschlagspreise für HENRIETTE (GS Mindmap x GS Walch), die um 32.900 € versteigert wurde, und für LARISSA (Worldcup x Dax). Das höchsttypisierte Jungrind Österreichs wurde um sagenhaft € 61.800 verkauft und bleibt im Lande.

Eliteversteigerungstier LARISSAEliteversteigerungstier LARISSA (Worldcup x Dax) (Foto: Baumann)

Diese Veranstaltung bot den Besuchern Fleckvieh vom Feinsten und war eine  großartige Werbung für die Rasse.

Ergebnisliste