Stierporträt GS W1

Im kleinen, aber feinen Zuchtgebiet des RZV Burgenland fand Berater Hannes Lang im Sommer 2017 ein wahres genetisches Goldstück. Am Betrieb der Familie Mittl aus Eberau, nur einen Steinwurf von der ungarischen Grenze entfernt, typisierte er im Auftrag von GENOSTAR ein GS WATTKING-Stierkalb aus einer stark leistenden WILLE-Tochter.

Das Ergebnis war GS W1, der nun im Zuchtprogramm von GENOSTAR an der Spitze aller verfügbaren Fleckviehstiere steht.

GS W1 lässt rahmige Töchter mit stabilen Fundamenten und Eutern erwartenGS W1 lässt rahmige Töchter mit stabilen Fundamenten und Eutern erwarten.

Das Bild der genetischen Abweichung zur Population ausgedrückt in Zuchtwerten lässt bei GS W1 nahezu keine Wünsche offen. Ein GZW von 139 wird mit MW 131, FW 110 und FIT 118 komplettiert. Auffallend ist die Kombination aus +1.194 in der Milch bei knapp positiver Tendenz in der Eiweißvererbung und bester Melkbarkeit der Euter mit ZW 116. Der Zuchtwert für die Handelsklasse lässt mit 111 bestens mastfähige Nachkommen erwarten.

Prunkstück von GS W1 ist seine Vererbungstendenz in den Sekundärmerkmalen. ND, PERS, EGW, FRW, ZZ und KVL mat liegen allesamt fast genau eine Standardabweichung über dem Populationsmittel! Diese Hürde schaffen aktuell nur wenige Fleckviehstiere von denen GS W1 wiederum die Nummer 1 ist. Ergänzend sei erwähnt, dass GS W1 auch im Ökologischen Zuchtwert zu den zehn besten Stieren der Rasse zählt. Sein unterdurchschnittlicher Kalbeverlaufszuchtwert sollte bei der Anpaarung berücksichtigt werden.

Selektiert man alle aktuellen Fleckviehstiere nach den Grenzwerten + 1.000 kg Milch, bei mindestens 120 Euterzuchtwert, einem Eutergesundheitswert, der mindestens eine Standardabweichung und einem Fundamentzuchtwert, der mindestens eine halbe Standardabweichung über dem Durchschnitt liegt, so können aktuell nur sieben Stiere diese Kriterien erfüllen, wovon wiederum GS W1 auf Platz 1 liegt. Sollen diese Stiere auch noch im Rahmen mindestens eine Standardabweichung nach oben abweichen, so verbleibt ein einziger Stier – GS W1!

Auch sein Bild der genomisch geschätzten Exterieurvererbung liest sich nahezu makellos. Rahmen, Bemuskelung und Euter liegen im hochpositiven Bereich. Abgeleitet aus dem Diagramm sind große, lange und tiefe Tiere mit stabilen Fundamenten und Eutern mit bestem Sitz und optimaler Platzierung und Stellung der Zitzen zu erwarten. Selektiert man die aktuelle Fleckviehpopulation nach den Anforderungen mindestens MW 130, FIT 112 und alle Exterieurmerkmalen mit mindestens einer halben Standardabweichung über dem Mittel, so verbleibt wiederum nur ein Stier - GS W1!

Aufgrund seines Vererbungsbildes scheint GS W1 ein nahezu idealer Anpaarungspartner für die vielen genetisch interessanten Jungkühe des Hornlosvererbers MAHANGO Pp zu sein.

Der Kuhstamm von GS W1 weist milchwillige, harte Fleckviehkühe im Pedigree auf. Mutter (V.: Wille) und Großmutter (V.: GS Rumgo) stehen noch in der Herde und fallen bei hohen Leistungen durch beste Inhaltsstoffe auf. Mutter ANJA hat in ihrem Kuh-Leben insgesamt 30 LKV-Probemelken zu Buche stehen. Nur drei Proben davon lagen im Zellgehalt über 50.000. Sie wurde mehrfach über ET genutzt. Eine GS WRIGLEY-Schwester zu GS W1 ist mit GZW 135 aktuell das interessanteste weibliche Tier dieses Stammes.

GS W1 – das Goldstück, das als Grenzgänger zur Nummer 1 aufgestiegen ist – ist aktuell ein sehr begehrter Paarungspartner in nahezu allen Fleckviehzuchtgebieten. Er ist daher nur eingeschränkt verfügbar und produziert bei GENOSTAR in Gleisdorf. GS W1 ist frei von allen derzeit bekannten genetischen Besonderheiten und verspricht Verbesserungen in allen relevanten Merkmalen der Fleckviehzucht.

Autor: Ing. Reinhard Pfleger, Rinderzucht Steiermark