Trockenstehende Kühe richtig füttern

Die Fütterung in der Trockenstehzeit beeinflusst ganz wesentlich die Tiergesundheit und Leistung in der darauffolgenden Laktation. Wie trockenstehende Kühe am besten gefüttert werden, erklärt Fütterungsexperte Karl Wurm von der LK Steiermark im folgenden Beitrag.

Der Landwirt füttert seine Kühe. Die trockenstehenden Kühe benötigen ausreichend Struktur im GrundfutterGrundsätzlich müssen alle Futtermittel hygienisch einwandfrei sein und die Futteraufnahme darf in der Trockenstehzeit nicht beschränkt werden. Die Energieversorgung soll so gewählt werden, dass die Kühe nicht verfetten und in einer optimalen Kondition abkalben. Sinnvoll ist, die Körperkondition regelmäßig zu beurteilen oder die Rückenfettdicke zu messen.

Zweiphasige Fütterung
Aufgrund des unterschiedlichen Nährstoffbedarfs während der Trockenstehzeit muss die Fütterung unbedingt zweiphasig erfolgen. Zu Beginn der Trockenstehzeit haben Kühe noch ein hohes Futteraufnahmevermögen, der Energiebedarf ist jedoch relativ niedrig. Somit genügt in der Regel ein Grundfutter mit mittlerer Energiedichte (5,5 bis 5,8 MJ NEL je Kilogramm Trockenmasse). Nachdem gut gewonnenes Grundfutter deutlich mehr Energie enthält, ist es häufig notwendig, die Ration mit spät gemähtem Heu oder Stroh zu verdünnen. Auch der Eiweißbedarf ist mit zwölf bis dreizehn Prozent Rohprotein in der Trockenmasse relativ niedrig. Eine zusätzliche Kraftfutterergänzung ist aus Sicht der Nährstoffversorgung in der ersten Phase der Trockenstehzeit nicht notwendig. Nur bei Kühen mit schwacher Körperkondition oder bei Grundfutter mit extrem niedriger Energiedichte (Stroh, hoher Anteil an überständigem Heu aus Extensivlagen) kann eine geringe Kraftfutterergänzung der Ration notwendig werden. (Auszug aus dem Artikel „Trockenstehende Kühe richtig füttern“ von DI Karl Wurm, LK Steiermark)