Typisierungspreise sinken um mehr als ein Drittel

Der Paketpreis für die genomische Untersuchung je typisiertes Rind reduziert sich auf € 39,00 brutto. Der reduzierte Preis gilt ab sofort für alle eingesandten Proben ab dem 10. Juli 2019.

Allein in den vergangenen zwölf  Monaten wurde der Genotypenbestand um 50 Prozent gesteigert. Hintergrund dieser Entwicklung sind die beiden Herdentypisierungsprojekte, eines davon ist  FoKUHs, aber auch die deutliche Zunahme der Anzahl weiblicher Routinegenotypisierungen. Aufgrund dieser Entwicklungen und der damit gestärkten Verhandlungsposition gegenüber Chipherstellern konnte die deutliche Preisreduktion von fast 35 Prozent erreicht werden.

Durch diese Entwicklungen wird die Nutzung von Genominformation für die Zuchtarbeit am Betrieb noch interessanter. Für die Selektion der Nachzucht stehen den Züchterinnen und Züchtern unmittelbar nach der Typisierung genomische Zuchtwerte als zusätzliche Entscheidungsgrundlage für die Remontierung zur Verfügung. Daraus resultiert auch eine genaue Untersuchung der Abstammung der Tiere sowie ein gezieltes Erbfehlermonitoring, bei dem Träger von genetischen Defekten sofort erkannt und auf Basis dieser Information weitergezüchtet werden können.

Herdentypisierungsprojekte werden durch die deutliche Preisreduktion leichter finanzierbar und somit kann beim laufenden Projekt FoKUHs eine Ausweitung des Typisierungsumfangs erreicht werden. „Große Erwartungen der Genotypisierung von weiblichen Tieren werden auf jene Merkmale gelegt, die erst seit kurzer Zeit erhoben werden, so wie direkte Gesundheitsmerkmale auf der Basis von tierärztlichen Diagnosen und/oder Beobachtungen durch den Tierhalter über das Projekt Gesundheitsmonitoring Rind. Dieses wurde bereits im Jahr 2006 gestartet. Durch den relativ langsamen Zuwachs an erhobenen Daten und den niedrigen Erblichkeiten von Gesundheitsmerkmalen wird es noch Jahre für eine etablierte Zuchtwertschätzung für Gesundheitsmerkmale benötigen. Über die systematische Genotypisierung von weiblichen Tieren kann dieses Ziel binnen weniger Jahre erreicht werden. Der internationale Trend geht jedenfalls ganz klar in diese Richtung“, so der wissenschaftliche Leiter des Projektes FoKUHs, Dr. Hermann Schwarzenbacher (ZuchtData).

Autor: DI Lukas Kalcher, ZAR