Weidetriebwege mit System anlegen

Bei Weidehaltung müssen Milchkühe zweimal täglich von der Weide in den Stall gehen. Wenn Tiere über morastige Wege gehen müssen, steigt das Risiko für Klauenkrankheiten, nimmt die Euter- und Futterverschmutzung und das Auftreten von Durchfällen in Regenperioden zu. Es ist daher sinnvoll tiergerechte, kostengünstige und arbeitszeitsparende Triebwege zu errichten.

Um Fragen zur Triebweggestaltung zu testen, wurde am Bio-Institut der HBLFA Raumberg-Gumpenstein ein Triebwegschaugarten errichtet. Die Triebwege sollten zumindest 10-20 Jahre ohne größeren Aufwand halten und möglichst viele Weideflächen erschließen. Optimal für die Rinder wären trockene und weiche Triebwegausführungen. Die Dauerhaftigkeit des Weges steigt, wenn Wasser seitlich rasch abfließt bzw. diese gut drainagiert sind.

Wegbreite je nach Kuh-Herde
Je größer die Herde ist, desto breiter sollte der Weg ausgeführt werden. Im Anfangsbereich ist eine Wegbreite von 3 bis 5 Metern günstig. Bei kleinen Herden ohne „Pendelverkehr“ kann der Weg dann auf bis zu 1 m Breite reduziert werden. Elektrozäune müssen etwa 50 cm vom Wegrand entfernt aufgestellt werden, weshalb sich dadurch eine Gesamtbreite von ca. 2 m ergibt. Die Kühe gehen immer im schmalen Mittelbereich – wer Kosten sparen will gestaltet nur diesen Mittelstreifen mit Befestigungselementen oder Hackgut aus. Bei größeren Herden über 40-50 Kühe sind Wegbreiten von 3 bis 4 m günstig, da ansonsten der Eintrieb viel Zeit kostet.  Wenn Weiden neu angelegt werden, sollte aus Zeit- und Kostengründen auf kurze Triebwege Wert gelegt werden. Bei der Wegerrichtung können bei Bedarf Leitungen für Wasser und Strom mitverlegt werden. Werden die Wege mit schweren Fahrzeugen benutzt, dann muss auch der Untergrund entsprechend ausgeführt werden, um eine Spurrillenbildung zu verhindern.

Stufen besser als steile Wege
Wenn Triebwege über steilere Bereiche (Gefälle über 6 %) führen, dann müssen rutschsichere Ausführungen verwendet werden. Dazu zählen je nach Steilheit die Varianten Hackschnitzel, Sand-Schottergemisch, Kunststoffgitter mit Hackschnitzelauflage sowie spezielle Kunststoffmatten für steile Wege (z.B. MONTA). Steigungen über 30 % sollten mit Treppen überwunden werden.
(Auszug aus dem Artikel „Weidetriebwege mit System anlegen", Fleckvieh Austria Magazin 6/16, von Priv. Doz. Dr. Andreas Steinwidder und Hannes Rohrer, Bio-Institut HBLFA Raumberg-Gumpenstein)