Wohin soll's gehen? Züchterbefragung Teil 4

Im vierten und letzten Teil der Artikelserie über die Ergebnisse der Züchterbefragung im Rahmen des Projektes OptiGene wollen wir etwas über den Tellerrand hinaus blicken. Eine ähnliche Befragung wurde in Österreich auch für die Rassen Braunvieh, Pinzgauer und Grauvieh sowie in unseren Nachbarländern Deutschland und Tschechien durchgeführt.

In Österreich waren 2012 nicht nur die Fleckviehzüchter aufgefordert, an der Züchterbefragung teilzunehmen, sondern auch die Züchter der Rassen Braunvieh, Pinzgauer und Grauvieh. Außerdem kam ein ähnlicher Fragebogen bei den deutschen und tschechischen Kollegen zum Einsatz, da mit ihnen im Bereich der Zuchtwertschätzung eng zusammengearbeitet wird.

Stärken und Schwächen der Rassen

Die Rasse Fleckvieh macht ihrer Bezeichnung als Doppelnutzungsrasse alle Ehre: Natürlich hat auch Fleckvieh Stärken und Schwächen, aber es zeigt sich ein kontinuierlicher Verlauf ohne besonders auffällige Stufen.

Als große Stärke von Fleckvieh wird die gute Vermarktungsmöglichkeit gesehen, die nur noch bei der Rasse Grauvieh ebenso im Spitzenfeld zu finden ist. Bei Braunvieh und Pinzgauer hingegen werden die Vermarktungsmöglichkeiten eher als Schwäche gesehen. Dies ist natürlich stark mit der Einschätzung der Fleischleistung gekoppelt.

Als Schwäche der Rasse Fleckvieh wird allgemein das Euter erachtet. Dies ist bei den Rassen Pinzgauer und Grauvieh ähnlich. Nur bei Braunvieh wird das Euter als Stärke der Rasse wahrgenommen.
Ein Punkt, in dem alle anderen Rassen besser abschneiden als Fleckvieh ist die Klauengesundheit. Diese rangiert bei Fleckvieh an vorletzter Stelle. Hingegen zählt bei den anderen drei Rassen, speziell bei Pinzgauer und Grauvieh, die Klauen-Gesundheit eindeutig zu den Stärken. Die Stoffwechselstabilität zählt laut Züchterbefragung generell eher zu den Schwächen unserer Rassen. Einzig bei der Rasse Pinzgauer landet die Stoffwechselstabilität zumindest im Mittelfeld der Stärken und Schwächen.
(Auszug aus dem Artikel "Züchterbefragung im Rahmen des Projektes OptGene - wohin soll's gehen?", Fleckvieh Austria Magazin 4/13, von DI Franz Steininger, ZuchtData)