ZV Greinbach, 20.8.19 - Marktbericht

Zufriedene Gesichter

Die August-Versteigerung in der steirischen Greinbachhalle war gekennzeichnet durch ein standorttypisches Angebot an Zuchtrindern in Zahl und Qualität.  Trotz hochsommerlicher Temperaturen und besten Bedingungen für die Grünland- und verbliebene Getreideernte war die Versteigerung erfreulicherweise gut besucht. Bereits im Vorfeld zogen einige genetisch interessante Jungtiere und leistungsstarke Jungkühe mit besten Abstammungen die Aufmerksamkeit und Nachfrage auf sich.

Obmann Matthias Bischof konnte Kaufinteressenten aus der Steiermark, allen benachbarten Bundesländern sowie aus  Slowenien und Kroatien begrüßen, die dem guten Ruf der Zuchtrinderqualität nach Greinbach gefolgt waren.

Der Verlauf der Versteigerung gestaltete sich bei den Tieren mit passender Qualität zufriedenstellend. Leider blieb auch diesmal ein nicht zu kleiner Prozentsatz an gemeldeten Tieren der Versteigerung fern.

Das diesmal doch knappere Angebot an Kuhkälbern und Jungkalbinnen stieß auf ordentliche Nachfrage, welche vor allem durch Ankäufe von Aufzuchtbetrieben aus der Steiermark, Niederösterreich und Kärnten begründet war.  Kuhkälber, die noch nicht von der Milch abgesetzt waren, sind aktuell auf den Zuchtrindermärkten nur schwer absetzbar. Die Aufzuchtbetriebe suchen nach sicheren Fressern mit guter Entwicklung und exportfähigen Pedigrees.

Das Angebot der Jungrinder war auch diesmal wieder gespickt mit genetisch sehr interessanten Tieren mit hohen Typisierungsergebnissen und genetisch vielversprechenden Linienkombinationen. Highlight dieser Gruppe war ein bestens typisiertes Jungrind aus dem Biobetrieb Wels in Grafendorf, das nach einem heftigen Bieterduell über mehrere Treuhandkäufer schließlich zum Tageshöchstpreis der Versteigerung einen neuen Besitzer aus Tirol fand.

Hochtypisiertes Jungrind der aktuellen Kombination GS HENDORF x GS WERTVOLL x GS WALCH aus dem Biobetrieb Wels Siegfried in Erdwegen und war einem Züchter aus Tirol den Tageshöchstpreis wert. Foto: BacherHochtypisiertes Jungrind der aktuellen Kombination GS HENDORF x GS WERTVOLL x GS WALCH aus dem Biobetrieb Wels Siegfried in Erdwegen und war einem Züchter aus Tirol den Tageshöchstpreis wert. Foto: Bacher

Das Angebot der Jungkühe und Kühe in Milch war auch diesmal qualitativ sehr ansprechend, was Leistungsfähigkeit und Genetik der angebotenen Tiere betraf. Die durchschnittlich garantierte Milchmenge lag diesmal bei den Jungkühen bei knapp über 29 kg. Kaufinteressenten aus der Steiermark, dem Burgenland und dem benachbarten Slowenien sorgten im Angesicht der aktuellen Milchmarksituation mit doch rückläufigen Auszahlungspreisen bei einigen Verarbeitern für einen zufriedenstellenden Absatz mit hohen Geboten für besonders interessante Tiere. Der Verlauf der Versteigerung war aber auch von differenzierter Preisbildung als zuletzt gekennzeichnet, Spitzenpreise über 2000 Euro Zuschlag waren diesmal eher die Ausnahme. Auffallend war auch, dass Jungkühe, die eine garantierte Wiederträchtigkeit vorweisen konnten, mehrfach stärker nachgefragt waren als frischmelke Tiere. Viel Beachtung fand eine typstarke Jungkuh der Kombination WALDBRAND x GS WEB vom Betrieb Schweighofer in Pöllau und eine euterstarke RALDI x REMMEL aus der Zuchtstätte Sitka in Miesenbach. Beide Spitzenkühe wurden für den kommenden Messeauftritt der Rinderzucht Austria in Kroatien erworben.

Das kleine, aber feine Angebot an trächtigen Kalbinnen konnte dank guter  Nachfrage von heimischen und kroatischen Züchtern mit einem Durchschnittspreis von knapp über 1.700 Euro Zuschlag verkauft werden. Auch hier stachen zwei Tiere aufgrund ihres Exterieurs deutlich hervor. Eine überaus korrekte WOBBLER-Tochter und eine kapitale EPINAL-Tochter wurden ebenfalls für die kommenden Messeauftritte der Rinderzucht Austria in den Nachbarländern Slowenien, Kroatien und Ungarn erworben.

Das Segment der Herdebuchstiere konnte diesmal wenig zufriedenstellend für die Aufzuchtbetriebe vermarktet werden. Nur zwei Stiere, ein eleganter GS DER BESTE-Sohn und ein körperhafter GS VEST-Sohn fanden zum Ausrufspreis in Viehzuchtgenossenschaften einen neuen Besitzer.

Preisstatistik - Fleckvieh 
Preise in €, netto (in Klammer die Anzahl der verkauften Tiere)
 Durchschnittspreise der Zuchtrinderversteigerung in Greinbach am 20. August 2019 und der drei vorhergehenden Märkte* garantierte Einsatzleistung

Die nächsten Zuchtrinderversteigerungen:
29. August 2019 in St. Donat
24. September 2019 in Traboch
01. Oktober 2019 in Greinbach

Autor: Ing. Reinhard Pfleger, Rinderzucht Steiermark