ZWS April 2019: Fokus auf junge Genetik gerichtet

Mit der vorliegenden Zuchtwertschätzung wird noch mehr als bisher der Fokus auf die jüngste Genetik gerichtet. Die absolut besten nachkommengeprüften Vererber verfügen bereits über eine breite Palette an Söhnen und tauchen bei den Kandidaten als Mutterväter im Pedigree auf.

Das verkürzt das Generationsintervall massiv, ermöglicht damit großen Zuchtfortschritt in vielen wichtigen Merkmalen und erweitert die individuelle Auswahlmöglichkeiten bei der Anpaarung. Da ist es leichter zu verschmerzen, dass WABAN und HERZSCHLAG nicht mehr verfügbar sind und daher auf der aktuellen Topliste fehlen. Es rücken mit HURLY, MAHANGO, VILLEROY und VESTEL bereits bestens etablierte Vererber nach. Dahinter rangiert POLARBÄR-Sohn POLAROID, der im Fruchtbarkeitswert massiv zulegt und gleich drei Punkte im GZW dazu gewinnt. Nach dem konstanten WOBBLER folgt EVEREST-Sohn EVERGREEN mit einem satten Plus von neun Punkten im Fitnesszuchtwert. Es folgen mit Zuwächsen im Gesamtzuchtwert SEHRGUT, HUSS, der zum ersten Mal in der Kalibrierung ist, sowie GS WESER.

Zuchtprogramm FLECKVIEH AUSTRIA angepasst
Entsprechend der Bedeutung der jungen Genetik wurde das Zuchtprogramm der Realität in der praktischen Selektion angepasst bzw. neue Ziele definiert. In der gezielten Paarung sollen mehr als 90 Prozent genomische Jungvererber (GJV) eingesetzt werden – in der breiten Population wird ein Verhältnis von 75 Prozent GJV zu 25 Prozent nachkommengeprüfte Vererber als ideal definiert. Bezeichnenderweise ist im Moment kein nachkommengeprüfter Stier auf der Liste für die gezielte Paarung geführt.

Genomische Jungvererber
Das neue Level bzw. das neue Potential der Fleckviehzucht beim Milchwert wird durch die Söhne von HERZSCHLAG, der jetzt erstmals in der Kalibrierung ist, voll bestätigt. Reiht man alle im DAC-Zuchtwertschätzsystem gelisteten Stiere nach dem Milchwert, so sind von den ersten 25 nicht weniger als 24 Nachkommen von HERZSCHLAG. Daneben ist es fantastisch zu sehen, wie sich bei den ganz wichtigen Fitnessmerkmalen bzw. bei Fundament und Euter extrem stark vererbende Linien herauskristallisieren und zugleich die Hornlosgenetik an genetischer Breite gewinnt – beste Voraussetzungen, um durch Kombinieren, Typisieren und Selektieren das züchterische Niveau der eigenen Herde auf eine neue Stufe zu stellen.

Die Topliste der genomischen Jungvererber wird von drei HERZSCHLAG-Söhnen aus dem 2016er Jahrgang angeführt. Spitzenreiter HATTORI verzeichnet dabei ein Plus von fünf Punkten im GZW und auch GS HERZTAKT sowie HOOLIGAN legen ein paar Punkte drauf.
Bestgereihter Neueinsteiger ist MIAMI-Sohn MANAUS mit einem extrem hohen Milchwert und sehr starkem Profil (Rang 6). Auch HOCHHINAUS auf Rang 23 zeigt sich sehr solide und stark im Exterieur bei richtig hohen Fett-Prozenten. Weitere Neue im Vorderfeld sind WIFFZACK-Sohn WESTPORT, die Linienalternative GIORGIO, ein Sohn von GUCCI, PERFEKT-Sohn PINGUIN sowie JANDA-Sohn JARON und der gemischt erbig hornlose MANOLO-Sohn GS MYSTERIUM.
Die neue Grenze für die Veröffentlichung auf dieser Liste ist ein GZW von 128 statt bisher 125.

Toplisten   Vererbungsschwerpunkte   Stiere in gezielter Paarung

Autor: Ing. Johann Tanzler, AGÖF