Jahresabschluss Fleckvieh-pure.Beef 2021 durchwegs positiv

Fleckvieh ist auch in der Mutterkuhhaltung weltweit eine erfolgreiche Rasse und hat sich sowohl in der Kreuzung als auch in der Reinzucht bewährt. In Österreich werden nunmehr beide Nutzungsrichtungen in einem gemeinsamen Zuchtprogramm geführt. In der Fleischnutzung wird wie für die speziellen Fleischrinderrassen die Fleischleistungsprüfung durchgeführt. Genauso wie in der Milchviehhaltung erwarten die Zuchtbetriebe diese Ergebnisse mit Spannung: Wie entwickelt sich die Rasse? Wie sieht der Vergleich mit anderen Rassen aus? In den folgenden Zeilen werden diese Fragen beleuchtet.

Zahl der Herdbuchkühe sinkt

Rund 3.670 Herdebuchkühe wurden auf 620 Zuchtbetrieben gehalten. Damit ist Fleckvieh nach den Murbodnern die zweitgrößte Fleischrinderrasse. 15 Prozent aller Herdebuchkühe in der Fleischleistungsprüfung sind Fleckviehkühe. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 20 Betriebe und 290 Kühe weniger. Die Entwicklung der Mutterkuhhaltung wird bei keiner Rasse so deutlich, wie beim Fleckvieh: 2021 wurden 25 Prozent weniger Herdebuchkühe gehalten, als vor sechs Jahren. Dieser Trend zeigt sich in der gesamten österreichischen Mutterkuhpopulation: Seit 2015 ist der Bestand an Mutterkühen um 15 Prozent gesunken. Damit wird ein für weibliche Fleckviehtiere wichtiger inländischer Absatzmarkt reduziert. Denn mit weniger Mutterkuhbetrieben und weniger Kühen wird auch der Bedarf an weiblichen Tieren zur Remontierung zunehmend geringer.

Managementkennzahlen überwiegend stabil

Das Kalb ist die wichtigste Einkommensquelle in der Mutterkuhhaltung. Fruchtbare Mutterkühe und vitale Kälber sind die Basis zum Erfolg. Daher ist es wichtig, die Managementkennzahlen genau im Auge zu haben.

Die Zwischenkalbezeit betrug 397 Tage und lag damit auf dem Niveau der Vorjahre. Der österreichweite Durchschnitt liegt bei 402 Tagen. Die Abkalbequote lag mit 76 Prozent um drei Punkte unter jener des Vorjahres und auch unter dem österreichischen Durchschnittswert (78 Prozent). Zu berücksichtigen ist, dass Kühe, die aufgrund eines Abgangs im Kontrolljahr geplant nicht mehr kalben, diesen Wert beeinflussen. Hier könnte sich also die Reduktion des Bestandes auswirken. Der Anteil der Normalgeburten betrug wie in den Vorjahren 97 Prozent. Allerdings lag die Totgeburtenrate bei sechs Prozent und damit um drei Punkte höher als im Vorjahr. Auch diese Entwicklung sollte genauer evaluiert werden.

Top-Plätze bei Standardgewichten und Tageszunahmen

In der Fleischleistungsprüfung werden drei Wiegungen durchgeführt: Am Tag der Geburt wird das Geburtsgewicht erhoben. Diese Wiegung führen die Zuchtbetriebe mit einer geeigneten Waage selbst durch. Die Wiegungen für das 200- und das 365- Tagegewicht werden im Rahmen der Kontrollen der Landeskontrollverbände durchgeführt.

  • Das Geburtsgewicht ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen und liegt nun bei 43,5 kg bei den Stierkälbern und 41,0 kg bei den Kuhkälbern.
  • Positiv ist die Entwicklung der beiden Standardgewichte: Sowohl bei den männlichen als auch den weiblichen Kälbern liegen diese über jenen des Vorjahres.
  • Beim 200-Tagegewicht zeigt sich die gute Milchleistung der Fleckviehkühe: Bei den männlichen Kälbern liegt Fleckvieh mit einem Gewicht von 306 kg an erster Stelle vor Charolais (295 kg). Bei den weiblichen Tieren liegen die Weiß-Blauen Belgier mit 290 kg vor Fleckvieh mit 283 kg.
  • Auch beim Jahresgewicht ist Fleckvieh auf den vordersten Plätzen. Das 365-Tage Gewicht der männlichen Fleckviehtiere lag im letzten Jahr bei 466 kg. Davor liegen die Intensivrassen Weiß-Blaue Belgier (493 kg), Charolais und Blonde d’Aquitaine (je 471 kg). Die Fleckviehkalbinnen hatten letztes Jahr mit 421 kg die Nase vorne, gefolgt von Charolais (418 kg) und Weiß-Blaue Belgier (417 kg).

Insgesamt fällt das Resümee des Leistungsabschlusses also auch dieses Jahr durchwegs positiv aus. Einzelne Entwicklungen sollten mit genaueren Auswertungen separat beleuchtet werden. Für die ganze Rinderzucht, insbesondere aber für beide Nutzungsrichtungen der Fleckviehzucht muss klar sein: Eine Stabilisierung der Mutterkuhbetriebe ist zum Vorteil für den gesamten Rindersektor!

Grafik: Die Entwicklung der Tageszunahmen von Fleckvieh zeigt einen positiven Trend

Autorin: Mag. med. vet Anna Koiner, Fachreferentin Fleischrinderzucht, Geschäftsführerin Fleischrinder Austria

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