Zuchtwertschätzung April 2021

„Single-Step“ formiert die Spitze neu

VOLLENDET-Tochter MARLENE, 100-Tage: 3.300-3,41-3,18-218, B.: Fam. Anzengruber, Pram, OÖ

VOLLENDET-Tochter MARLENE, 100-Tage: 3.300-3,41-3,18-218
B.: Fam. Anzengruber, Pram, OÖ

Wie könnte es auch anders sein: Durch die überzeugende neue Methodik der genomischen Zuchtwertschätzung mit deutlich höheren Sicherheiten kommt es zu teils gravierenden Veränderungen der Zuchtwerte bei allen Tiergruppen und damit auch zu deutlichen Rangverschiebungen in den Toplisten der Besamungsbullen.

Bei den Vererbern mit Töchtern in Milch und mit FleckScore-Bewertung (mindestens 20) reagiert das neue Rechensystem recht rasch auf die ersten Probemelkergebnisse. Der Listenführer dieser Gruppe stammt aus dem jüngsten Jahrgang 2016 und bringt es bei 46 Töchtern mit 100-Tage-Leistung bereits auf eine Milchwertsicherheit von nicht weniger als 96 Prozent.

Beim Zweitplatzierten reichen 115 abgeschlossene Erstlaktationen für eine Milchwertsicherheit von bereits 99 Prozent. Bei den Jungvererbern sind die Veränderungen noch spannender, die genauere Bewertung und Zuordnung der vererbten Chromosomenabschnitte, ausgedrückt durch höhere Sicherheiten, produziert zahlreiche spektakuläre Aufsteiger und einen Listenführer, der satte 18 Punkte beim Gesamtzuchtwert und 16 Punkte beim Milchwert gegenüber Dezember gewinnt. Auffallend, aber keinesfalls unerwartet ist das enorm hohe Niveau der Zuchtwerte bei den jungen Bullen, was großen Zuchtfortschritt in der Fleckviehpopulation signalisiert. Da spielt es auch nur eine geringe Rolle, dass es diesmal durch die Umstellung der Basis zu einer durchschnittlichen Erhöhung der Gesamtzuchtwerte um ca. zwei Punkt anstelle der üblichen Abschreibung von einem Punkt kommt. Übrigens entspricht die Basis (=Zuchtwert 100) jetzt bei praktisch allen Merkmalen ziemlich genau dem Durchschnitt der lebenden Kühe in der Fleckviehpopulation – ein perfekter Referenzwert für die praktische Zuchtarbeit.

Topliste NK

Der neue Leader, RALDI-Sohn VOLLENDET, glänzt mit einem äußerst harmonischen Vererbungsbild, bester Eutergesundheit, Nutzungsdauer und exzellentem Exterieur. Der folgende WHATEVER punktet mit überragendem Fleischwert und ausgezeichneter Fruchtbarkeit. Der großrahmige IROKESE-Sohn IRREGUT ist mischerbig hornlos und vererbt höchsten Milchwert mit hohen Fettprozenten. Mit ETOSCHA hält sich der Listenführer vom Dezember, der seine Spuren in der Fleckviehzucht längst gezogen hat, eindrucksvoll im Topsegment. Der in den Merkmalskomplexen ausgeglichene MAHANGO Sohn MANNA erzielt mit lediglich dreizehn 100-Tageleistungen die für die Aufnahme als NK-Vererber notwendige Sicherheit beim GZW von mindestens 82 Prozent. EVEREST-Sohn EVEROY, der im Fitnesskomplex fünf Punkte aufholt, bringt neben solidem Milchwert hohe Tageszunahmen bei seinen Söhnen. Die Liste der Top-Ten wird komplettiert durch die bereits bestens bekannten Vererber VILLEROY, GS RENEGADE, GS DER BESTE und VARTA.

Topliste Jungvererber

Die neue Ära der Rinderzucht beginnt mit einer Dominanz der Jungbullen aus den beiden jüngsten Jahrgängen und gewaltigem Rückenwind für die Zucht auf genetische Hornlosigkeit. HAMLET Pp* (Hermelin x Mahango) überzeugt in praktisch allen Kriterien und übernimmt klar die Spitzenposition. ETHOS-Sohn EASY kann von den bereits etablierten Jungvererbern am stärksten zulegen und schließt mit einem Plus von zehn Punkten beim Milchwert zu HAMLET auf. Neu ist der erst 2020 geborene WILKO, ein GS WOIWODE-Sohn mit hohem Milchwert und bester Fitness. Noch einen Tick höher in der Fitness ist WEISSENSEE-Sohn GS WUNDERINO, der sieben Punkte beim GZW zulegen kann.

Was oder wer sticht noch besonders ins Auge? WINTERTRAUM mit seinem exzellenten Exterieurpaket und überragender Fitness, ERASMUS mit einem Euterzuchtwert von 131 und enormen Rahmen und dass unter den ersten Zehn neben dem Leader noch drei weitere Bullen über das Hornlosgen verfügen: MCFLY, MAHARI und WAALKES.

Ing. Johann Tanzler, AGÖF

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