„Fleckvieh vor Ort“ zu Gast beim Inner-Rossmooshof in Alpbach

Oktober 2026

Zahlreiche Fleckviehzüchter folgten der Einladung der Rinderzucht Tirol zur jährlich stattfindenden Veranstaltungsreihe „Fleckvieh vor Ort“ auf den Inner-Rossmooshof der Familie Andreas Moser in Alpbach. Die Veranstaltung bot den Besuchern Einblicke in einen interessanten und erfolgreichen Tiroler Fleckviehzuchtbetrieb sowie aktuelle Informationen zu Zucht und Besamung. Als Ehrengast konnte Nationalrat und LK-Präsident Ing. Josef Hechenberger begrüßt werden.
Im Rahmen der Betriebsbesichtigung stellte Andreas Moser gemeinsam mit seiner Familie den vielseitig aufgestellten Inner-Rossmooshof vor. Neben der Heumilchproduktion und der Fleckviehzucht zählen die Zuchtviehvermarktung, die Alm- und Forstwirtschaft, die Vermietung von Ferienwohnungen sowie Kutschenfahrten in den Wintermonaten zu den wesentlichen Betriebszweigen.
Der Betrieb hält derzeit 35 Milchkühe sowie rund 60 Stück Jungvieh mit einer Herdenleistung von 8.724 kg Milch bei 4,26 % Fett und 3,58 % Eiweiß. Besonders bemerkenswert sind die Gesundheits- und Fruchtbarkeitskennzahlen der Herde. Eine durchschnittliche Zellzahl von lediglich 73.000 sowie eine Zwischenkalbezeit von 377 Tagen zeugen von einem ausgezeichneten Herdenmanagement und einer konsequenten Betriebsführung.
Die Betriebsfläche umfasst 32 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, 30 Hektar Wald sowie 28 Hektar Almfläche, die sich vollständig im Eigentum der Familie befinden. Die nachhaltige Bewirtschaftung der Grünland- und Almflächen bildet dabei die wichtigste Grundlage für eine positive Betriebsentwicklung.
Regelmäßige erfolgreiche Teilnahmen bei Vereins-, Gebiets- und Landesschauen sowie Jungzüchterveranstaltungen unterstreichen die hohe Qualität der Zuchtarbeit. Mehrfach wurde der Betrieb zudem mit dem Managementpreis der Rinderzucht Tirol ausgezeichnet. Die genomische Selektion bei den Aufzuchttieren wird in Zukunft für die züchterische Weiterentwicklung genutzt. Derzeit stehen sechs Dauerleistungskühe mit einer Lebensleistung von jeweils über 50.000 kg Milch im Stall. Sie sind ein eindrucksvoller Beweis für die Langlebigkeit, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit der gezüchteten Fleckviehkühe.

Familie Moser konnte Ihren Rossmooshof perfekt präsentieren

Familie Moser konnte Ihren Rossmooshof perfekt präsentieren

Im perfekten Pflegezustand und exterieurstark präsentierte sich die Herde von Familie Moser aus Alpbach

Im perfekten Pflegezustand und exterieurstark präsentierte sich die Herde von Familie Moser aus Alpbach

Neues Besamungs- und Zuchtprogramm vorgestellt

Im fachlichen Teil der Veranstaltung präsentierte Zuchtleiter Christian Straif das neue Besamungsprogramm für die Fleckviehsaison 2026/2027. Bei der Zusammenstellung des Angebots wurde neben hohen Gesamtzuchtwerten besonderes Augenmerk auf Exterieur, Fitnessmerkmale, Inhaltsstoffe sowie Hornlosgenetik gelegt.
Das neue Programm umfasst fünf EUROpremium-Stiere, 15 EUROselect-Stiere sowie vier Zukaufstiere. Mehr als die Hälfte der angebotenen Stiere verfügt über genetische Hornlosigkeit. Darüber hinaus informierte Zuchtleiter Christian Straif über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Zuchtwerte, Hornloszucht, den Stierankauf innerhalb des EUROgenetik-Gebietes sowie den zunehmenden Stellenwert der genomischen Selektion in der modernen Fleckviehzucht.

Ehrungen erfolgreicher Stierzüchter

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war die Auszeichnung erfolgreicher Stierzüchter aus dem Verbandsgebiet. Die Ehrentafel für besondere züchterische Leistungen erhielten die Familie Lindner aus Oberndorf für den WACHAU P*S-Sohn WIESSCHWANG P*S, die Familie Haaser aus Radfeld für den WUNDAWERK-Sohn WALDTRAUM sowie die Familie Schipflinger aus Itter für den STYLE P*S-Sohn SALVENBERG P*S.
Gleichzeitig nutzte die Rinderzucht Tirol die Gelegenheit, Staatsehrenpreise sowie die Medaillen der Rinderzucht Austria an jene Züchterinnen und Züchter zu überreichen, die bei der Bundesfleckviehschau 2026 in Niederösterreich mit ihren Tieren herausragende Erfolge erzielen konnten.
Die Ehrungen verdeutlichten einmal mehr das hohe Niveau der Tiroler Fleckviehzucht und das große Engagement der Züchterfamilien, die mit konsequenter Zuchtarbeit und professionellem Management einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Rasse leisten.
Zum Abschluss bedankte sich die Rinderzucht Tirol herzlich bei der Familie Moser für die ausgezeichnete Gastfreundschaft und die vorbildliche Organisation der Veranstaltung. In geselliger Atmosphäre fand ein informativer Abend seinen Ausklang, der eindrucksvoll zeigte, welchen Stellenwert die Fleckviehzucht in Tirol einnimmt und mit welchem Engagement die Betriebe ihre erfolgreiche Arbeit fortführen.

Volles Haus im Festzelt wo der Vortra und die Ehrungen durchgeführt wurden

Volles Haus im Festzelt wo der Vortrag und die Ehrungen durchgeführt wurden

Die Überreichung der Staatsehrenpreise und Anerkennungsmedaillen der Bundesfleckviehschau wurden an die erfolgreichen Züchter übergeben

Die Staatsehrenpreise und Anerkennungsmedaillen der Bundesfleckviehschau wurden an die erfolgreichen Züchter übergeben

Die erfolgreichen EUROgenetik-Stierzüchter aus dem Tiroler Zuchtgebiet wurden ebenfalls geehrt

Die erfolgreichen EUROgenetik-Stierzüchter aus dem Tiroler Zuchtgebiet wurden ebenfalls geehrt

Autor + Fotos: Hannes Leitner,  Zuchtprogramm Fleckvieh, Rinderzucht Tirol