FIH-AUSSTELLUNG mit Gästegruppen

aus Kärnten, Oberösterreich, Salzburg und Tirol
Rieder Messe, 10. September 2021

Dieser 10. September 2021 war ein Freudentag in zweierlei Hinsicht: Nach langer coronabedingter Zwangspause fand endlich wieder eine Fleckviehschau statt und dann begeisterte die Qualität der Ausstellungstiere. Gäste aus nah und fern ließen sich diese Schau nicht entgehen. So durfte FIH-Obmann Johann Hosner Delegationen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Slowenien, Spanien, Irland, Niederlanden, Ukraine, Tschechien und sogar aus Kolumbien und Guatemala in Ried begrüßen.

Welche Kühe stehen an der Spitze?

Die Rolle des Preisrichters wurde Reinhard Pfleger, Geschäftsführer von Fleckvieh Austria, zuteil. Er richtete zügig die neun Fleckviehgruppen und kommentierte seine Entscheidungen ausführlich. Gekonnt flocht er für das Publikum Informationen über die Rasse Fleckvieh ein. Gleich zu Beginn erklärte er auch, worauf es ihm ankomme: Kühe herauszufiltern, bei denen die nutzungsdauerrelevanten Merkmale am besten ausgeprägt sind. Er wolle Kühe am Podest haben, die über einen langen Zeitraum problemlos Milch produzieren. Bei den Jungkühen sei das allerdings ein Blick in die Zukunft.

Schon von der ersten Gruppe begeistert

Schon die erste Gruppe begeisterte den Preisrichter und er beschrieb die Gruppe mit den Worten: „Hervorragende Tiere, die Werbung für die Rasse Fleckvieh machen“. GULLA (Kat.Nr. 26), eine mit einem überragenden Fundament ausgestattete MACBETH-Tochter von Anzengruber Florian aus Pram, FIH, sicherte sich mit ihrem bestens eingebundenen Voreuter den Gruppensieg. Auch der Eutersieg in dieser Gruppe ging an die MACBETH-Tochter. Die Gruppenzweite, die MADNESS-Tochter TANJA (Kat.Nr. 25) von Tiefenthaler Maria Anna u. Hans Peter aus Geinberg, FIH, war in der Bewegung makellos. Auch bei ihr war die gute Einbindung des Euters ausschlaggebend für die Platzierung vor der Drittplatziertengereihten.

Aus dieser Gruppe kommt der Champion jung

Die Gruppe der Jungkühe im mittleren Laktationsstadium zeichnete sich durch Tiere aus, die im Euter brillierten und gleichzeitig auch hervorragende Beinqualität aufwiesen. Das beste Gesamtpaket in puncto Eleganz, Kompaktheit, Verbindungen, Euter und Fundament fand der Preisrichter in der DELL-Tochter NATJA (Kat.Nr. 34) von Georg Lenk aus Reith im Alpbachtal, Tirol. Die DELL-Tochter wurde auch zur Eutersiegerin und im Finale zum Champion der Jungkühe ernannt. In der Gruppe nur knapp geschlagen geben musste sich die kapitale HILFINGER-Tochter MELDE Pp* (Kat.Nr. 32) von Hubert Schrems aus Mettmach, FIH. Reinhard Pfleger strich speziell ihren Fleckviehtyp hervor.

Jungkühe in fortgeschrittenerem Laktationsstadium

Die Jungkühe der dritten Gruppe befanden sich bereits in einem fortgeschritteneren Laktationsstadium und zeigten, wie bei Fleckvieh erwünscht, schon etwas mehr Körperstärke und höhere Keulenbemuskelung. „Nichtsdestotrotz sind auch die Anforderungen an die Euterfestigkeit und an die Trockenheit und Ausprägung der Sprunggelenke hoch“, erklärte der Preisrichter. In dieser Hinsicht hoben sich die drei vorgereihten Kühe von den anderen Kühen in dieser Gruppe ab. An die Spitze setzte er die EMMERICH-Tochter GLIMMER (Kat.Nr. 39) von Huemer Wolfgang, St. Georgen im Attergau, RZV. Sie zeigte sich im mittleren Rahmen und gut ausbalanciert. Durch ihre hervorragenden Eutereigenschaften mit guter Vorderstrichplatzierung und Einbindung in die Bauchdecke war ihr der Eutersieg nicht zu nehmen. Im Finale konnte sie sich den Reservechampion-Titel jung holen. Die Zweitplatzierte, die starke GS PLAYER-Tochter FANTA (Kat.Nr. 45) von Schmidseder Karin u. Alois, Enzenkirchen, FIH, gefiel mit der Länge im Voreuter und auch in der Bewegung.

Neun VOLLENDET-Töchter

Die Gruppe vier bestand aus neun Töchtern vom internationalen Top-Vererber VOLLENDET, die von Andreas Selker von der OÖ Besamungsstation vorgestellt und von Reinhard Pfleger rangiert wurden. Der Preisrichter zeigte sich begeistert, dass neun Kühe von dieser Qualität als Nachzuchtgruppe ausgestellt werden konnten. Den Ring als Siegerin und Eutersiegerin verließ die sehr korrekte, elegante SASKIA (Kat.Nr. 4) von Mariacher Bernhard, Bachmeier Sabrina, Virgen, RZ Tirol. Dicht hinter ihr folgte auf Rang zwei die großgewachsene GERTRUDE (Kat.Nr. 7) von Enzenhofer Stefan, Bad Leonfelden, RZO, die sich durch ein Top-Fundament auszeichnete.

Fleckviehkühe mit zwei Abkalbungen

„Bei den Zweitkalbskühen erwarten wir uns, dass die Euter fest, die Tiere unverbraucht, aber auch gewachsen sind“, erklärte der Fleckvieh-Experte. Eine, die in der Euterhaltbarkeit allen anderen Tieren in der Gruppe eine Nasenlänge voraus war, war die HUGOBOSS-Tochter PAULA (Kat.Nr. 55) von Übetsroider Andreas, Nussdorf, VFS. Sie bestach mit ihrem lebhaften Euterkörper, gepaart mit einem hervorragenden Fundament. Der hohe Euterboden brachte ihr nicht nur den Gruppensieg, sondern sie nahm auch den Eutersieg mit nach Salzburg. Die Zweitplatzierte, Kat.Nr. 49, OTESSA (V.: Remmel) von Hochroiter Johannes, Ottnang, RZV, gefiel durch ihr sehr gutes Fundament.

 

Champion jung: NATJA, Dell x Waldbrand, von Lenk Georg, Reith/Alpbachtal, RZT (Foto: Leitner)

Champion mittel: VEILCHEN, Valentin x Malhaxl, von Lenk Hannes, Kramsach, RZT. (Foto: Leitner)

Rieder Messe 2021 Champion alt WALISA, Von Welt, Herman Wappis, Gilgenberg, FIH

Champion der älteren Kühe: WALISA, Von Welt x Rauwind, von Wappis Hermann, Gilgenberg am Weilhart, FIH (Foto: Leitner)

Die Tiere genießen auf den Ausstellungen eine ausgezeichnete Rund-um-die-Uhr-Versorgung durch die Betreuungsteams – ein herzliches Dankeschön an die Teams!

Teuerstes Versteigerungstier: ALMA Pp* von Familie Günzinger  (Foto: dualpixel)

Schwer zu rangierende Gruppe mit Drittkalbskühen

Die Gruppe der Drittkalbskühe war mit 13 Tieren sehr groß und sie sei nicht leicht zu richten gewesen, wie Reinhard Pfleger vorausschickte. Er verdeutlichte zunächst, welche Anforderungen die Züchter an Drittkalbskühe stellen: Leistungsfähigkeit, gleichzeitig Doppelnutzungseignung und Fitness. Auch die Anforderungen an das Exterieur steigen, was die Haltbarkeit betreffe.
In dieser Gruppe stachen drei Kühe hervor und nur Nuancen hätten zwischen den ersten drei Plätzen unterschieden, erzählte der Preisrichter. Er entschloss sich, Kat.Nr. 67, NUSSA, eine mittelrahmige EVERGREEN-Tochter von Scherrer Michaela und Thomas, Freinberg, FIH, an die Spitze zu stellen. Sie verkörperte für ihn das beste Paket aus den nutzungsdauerrelevanten Merkmalen. Glanzstück dieser Kuh war ihr Euter, womit der Eutersieg an sie ging. Knapp hinter ihr folgte auf Rang 2 die ausbalancierte, kompakte HURLY-Tochter SAFIRA von Schipflinger Johann, Itter, RZ Tirol. Sie beeindruckte mit ihrem ausgeprägten Hintereuter.

Klare Siegerin bei den Viertkalbskühen

Eine klare Siegerin gab es in der Gruppe der Viertkalbskühe: Kat.Nr. 84, VEILCHEN, eine VALENTIN-Tochter von Lenk Hannes, Kramsach, RZ Tirol, überzeugte durch ihre Harmonie vom Kopf über das Becken bis zu den Beinen. Außerdem trug sie das Euter am höchsten von allen Kühen in dieser Gruppe über den Sprunggelenken. Kein Wunder, dass VEILCHEN auch mit dem Eutersieg bedacht und im Finale zum Champion mittel erkoren wurde. Mit der POLAROID-Tochter ECHO (Kat.Nr. 80) von Schlöglmann Harald, Diersbach, FIH, setzte Reinhard Pfleger eine kapitale Vertreterin der Rasse Fleckvieh, die beste Doppelnutzungseigenschaften und ein sehr gutes Fundament zeigte, auf Rang 2.

Fleckviehkühe mit 5 Abkalbungen

In der Gruppe der Kühe mit fünf Kälbern wurden neun Tiere präsentiert, die bereits bewiesen haben, dass sie langlebiger sind als der Durchschnitt der Kühe und dass durch ihre Euter schon mehrere Tausend Liter Milch mit wahrscheinlich hoher Milchqualität geflossen sind. Ein Joker der Rasse Fleckvieh im internationalen Rassenvergleich sei auch die hohe Resistenz gegen Mastitis, erklärte Pfleger, und auch der Aspekt „Fleisch“ komme bei diesen Tieren nicht zu kurz.
Der Sieg bei den Fünftkalbskühen ging an die bestens beeuterte, sehr harmonische VON-WELT-Tochter WALISA (Kat.Nr. 92) von Wappis Hermann, Gilgenberg am Weilhart, FIH. WALISA zeigte ein gutes Seitenbild, ein ausbalanciertes Euter und bewegte sich auf einem fehlerfreien Fundament. Im Finale durfte sie dann den Ring als Champion der älteren Kühe verlassen. In der Gruppe folgte ihr die mittelrahmige, aber tiefrumpfige IVAN-Tochter HILDE (Kat.Nr. 94), von Fischer Wilhelmine, Peuerbach, FIH. Den Eutersieg vergab der Preisrichter an die Drittplatzierte, an die WEB-Tochter EDINA (Kat.Nr. 90) von Neuner Johannes, Schwendau, RZ Tirol.

Die Königsdisziplin: Kühe mit sechs und mehr Kälbern

Als letzte Gruppe waren die Kühe mit sechs und mehr Kälbern im Ring. Alle acht Kühe beeindruckten durch ihre Vitalität und flotte Bewegung. „Eine Kuh im Ring präsentieren zu können, die in ihrem Leben schon 50.000, 60.000, 70.000 oder mehr Kilo Milch produziert hat, sei die Königsdisziplin“, schwärmte Reinhard Pfleger. Im Ring wurden sogar zwei Tiere vorgestellt, die die Marke von 100.000 kg Milch-Lebensleistung überschritten haben. Reinhard Pfleger nahm es sich in Absprache mit dem Veranstalter heraus, einer der beiden „Grand Dames“ einen Sonderpreis zu vergeben. Dieser ging an die äußerst vitale VANSTEIN-Tochter HALMA (Kat.Nr. 106) von Mariacher Bernhard, Bachmeier Sabrina, Virgen, RZ Tirol.

Den regulären Bewerb gewann die VORTEIL-Tochter ALMA (Kat.Nr. 100) von Dichtl Leopold, Virgen, RZ Tirol. Reinhard Pfleger war begeistert von ihrer Unverbrauchtheit und ihrem Euter, speziell der Drüsigkeit und Eutereinbindung, und das trotz des Alters von fast 12 Jahren. ALMA holte sich auch den Eutersieg. Platz 2 ging an die kapitale GS MG-Tochter IRLA (Kat.Nr. 98) von Hörmandinger Emmerich, Peuerbach, FIH. Die GS MG-Tochter, eine ausgesprochene Typkuh, brillierte mit einem starken Zentralband und einem optimalen Fundament.

Eliteversteigerung

Bei der Eliteversteigerung zum Abschluss dieses großartigen Tages wurden 16 hochtypisierte Tiere versteigert. Teuerstes Tier war mit 26.200 Euro eine Halbschwester von HAMLET Pp* von Familie Günzinger aus St. Georgen b. Obg. ALMA Pp* ist eine SPARTACUS-Tochter mit GZW 138 und MW 123. Sie ging nach Deutschland.

Attraktion: Ein Viehtransporter von innen

Auf der Rieder Messe wurde nicht nur gezeigt, wie in Österreich gezüchtet wird, sondern wie unsere Rinder zu unseren Partnerländern transportiert werden. Das Team der Rinderzucht Austria hat dazu gemeinsam mit dem Transportunternehmen Tatjana und Gerhard Engel einen Viehtransporter für das Publikum zugänglich gemacht und den Besuchern alle Fragen rund um Zuchtrindertransporte beantwortet.

Fleckvieh Austria gratuliert allen Ausstellern und Siegern sowie dem FIH zur gelungenen ersten Zuchtrinderausstellung nach der Coronapause!

zu den Preisricht-Ergebnissen

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