Jahresabschluss 2014 Fleckvieh-Fleisch

Fleckvieh Mutterkuh mit KalbWie schon im Jahr zuvor ist der Wermutstropfen im Jahresabschluss, dass die Zahl der Fleckvieh-Fleisch-Herdebuchkühe wieder gesunken ist. Mit einem Anteil von 19,9 Prozent liegt Fleckvieh-Fleisch vor Murbodner (18,0 %) und Pinzgauer (10,2 %) weiterhin am ersten Platz der Rassenstatistik.

Leichte Geburten und fitte Kälber …

sind bekanntlich die Basis für eine erfolgreiche Mutterkuhhaltung. Die Kennzahlen für den Kalbeverlauf und die Kälbersterblichkeit konnten bei Fleckvieh-Fleisch wieder verbessert werden. Der Anteil der Schwergeburten hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 3,14 auf 2,45 Prozent verbessert. Die Kälberverluste konnten von 7,41 auf 6,70 Prozent verringert werden. Erfreulicherweise kam es 2014 bei diesen Merkmalen bei vielen Rassen zu einer Verbesserung von 3,71 auf 3,65 Prozent beim Anteil der Schwergeburten und von 7,31 auf 6,70 Prozent bei den Kälberverlusten.

Fleckvieh-Fleisch weiter Nummer 1 bei Tageszunahmen

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Tageszunahmen leicht gesunken. Dies betrifft aber nicht Fleckvieh-Fleisch allein – die durchschnittlichen Tageszunahmen waren auch im österreichweiten Schnitt über alle Rassen 2014 im Vergleich zum Vorjahr etwas niedriger. Hier scheinen sich die Dürre aus dem Jahr 2013 und die damit verbundenen Ertragseinbußen niederzuschlagen. Fleckvieh-Fleisch bleibt bei den Tageszunahmen weiter an vorderster Front. Beim 200-Tage-Gewicht haben sowohl die männlichen (vor Charolais und Murbodner) als auch die weiblichen Kälber (vor Charolais und Blonde d‘ Aquitaine) die höchsten Standardgewichte. Beim 365-Tage-Gewicht männlich ist Fleckvieh-Fleisch ebenfalls auf Platz 1 – auch hier gefolgt von Charolais und Blonde d‘ Aquitaine. Beim Jahresgewicht der weiblichen Kälber hat wie schon im Vorjahr Charolais die Nase vorn.

Bewertete Stiere als Basis für die Mutterkuhhaltung

Berichte aus der Praxis und Auswertungen der Arbeitskreise zeigen deutlich, dass durch den Einsatz von reinrassigen, bewerteten Stieren in der Mutterkuhhaltung ein höherer Deckungsbeitrag zu erzielen ist. 2014 wurden 96 Fleckvieh-Fleisch-Stiere bewertet. Besonders positiv ist, dass die Standardgewichte dieser Stiere deutlich über dem Rassedurchschnitt liegen. Das Geburtsgewicht der bewerteten Stiere liegt mit 44,8 kg dabei nur knapp über dem Rasseschnitt (44,1 kg).
Das erste Jahre ohne gekoppelte Mutterkuhprämie hat begonnen – für die Mutterkuhhaltung in Österreich werden die kommenden Jahre einschneidend werden. Die Betriebsleiter setzen auf unterschiedliche Strategien, um den Verlust der Prämie zu kompensieren. Unabhängig davon, ob nun auf Ausmast am Betrieb, Einsteller- oder Jungrindproduktion gesetzt wird – die Minimierung der Kälberverluste, höhere Abkalbequoten, möglichst niedrige Zwischenkalbezeit und natürlich hohe Tageszunahmen sind entscheidende Erfolgsfaktoren für den Mutterkuhbetrieb. Der Jahresabschluss 2014 zeigt, dass Fleckvieh-Fleisch eine Rasse ist, die diese Anforderungen voll erfüllen kann.
Autor: Mag. Anna Koiner, Fleischrinder Austria

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