Milchleistungsabschluss 2021

Fleckvieh wird noch stärker – deutlicher Anstieg an Herdebuchkühen in Österreich

Der Milchleistungsabschluss für das Kontrolljahr 2021 brachte einen deutlichen Zugewinn an Fleckviehkühen unter Leistungsprüfung in Österreich. Mit 326.289 kontrollierten Kühen (+ 8.071) sowie 310.105 Herdebuchkühen (+7.388) besiegelte der Leistungsabschluss 2021 den historischen Höchststand. Der Anteil der Fleckviehkühe an den österreichischen Milchkühen in der organisierten Herdebuchzucht liegt bei 75,1 Prozent. Kein Land auf der Welt weist einen höheren Anteil an Fleckvieh auf.

Gleichzeitig schlug sich auch der anhaltende Strukturwandel in der Milchproduktion und Rinderzucht in einer Abnahme der Kontrollherden und Zuchtherden nieder. Die Abnahme der Betriebszahl fiel 2021 allerdings flacher als in den letzten Jahren aus. Aktuell züchten 12.444 (-177) Betriebe mit der Hauptrasse Fleckvieh in Österreich. Somit hält der durchschnittliche österreichische Fleckviehzuchtbetrieb knapp 25 Kühe. Die Zahl der Zuchtherden liegt bei 14.173 (-144).

Ein möglicher Grund für den sehr starken Anstieg an Fleckviehkühen unter Leistungsprüfung dürfte auch der deutliche Trend zu automatischen Melksystemen in Österreich und damit verbundenen Herdenaufstockungen sein. Mit November 2021 waren über 1.300 AMS-Systeme in Betrieb, was einem Anstieg um 25 Prozent gegenüber 2020 entspricht.

Niveau der Milchinhaltsstoffe stabil

In der Leistungsentwicklung ist über alle Rassen hinweg ein doch deutlicher Rückgang der Milchmenge zu beobachten. Die durchschnittliche Milchleistung der österreichischen Fleckviehkühe lag bei 7.801 kg Milch, was einem Rückgang von 92 kg gegenüber dem Vorjahr entspricht. Gleichzeitig konnte das absolute Niveau der Milchinhaltsstoffe mit 4,17 % Fett (+0,01) und 3,44 % Eiweiß (+0,00) gehalten werden.

Bei Betrachtung von absoluten Leistungen muss gleichzeitig dazu immer der genetische Trend in den züchterisch bearbeitbaren Merkmalen gesehen werden. Dieser ist bei Fleckvieh sowohl in der Milchmengenabweichung als auch in Parametern wie Fitness und Tiergesundheit positiv. Somit ist klar, dass die absolute Leistungsentwicklung je Jahr stark von Umweltfaktoren beeinflusst wird. Das Jahr 2021 brachte gebietsweise deutliche Unterschiede in der Niederschlagsintensität und damit verbunden Grundfutterernten in Menge und Qualität. Parallel dazu dürfte der anhaltende Trend zu hohen Kraftfutterpreisen für Energie und Eiweißkomponenten den Ausschlag für die rückläufige absolute Milchleistung gegeben haben.

Fleckvieh Austria bedankt sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landeskontrollverbände für ihre gewissenhafte und wichtige Arbeit der Leistungsprüfung.

Mehr zum Leistungsabschluss 2021 finden Sie in der nächsten Ausgabe des Magazins Fleckvieh Austria.

Autor: Ing. Reinhard Pfleger, Geschäftsführer Fleckvieh Austria

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