Steiermarkschau 2021

Ein absoluter Erfolg für die steirische Rinderzucht!

Die Steiermarkschau hat viele interessierte Fleckviehzüchter und -experten aus nah und fern in das Rinderzuchtzentrum Traboch geführt und darüber hinaus haben auch noch an die tausend Interessierte die Schau via Live-Streaming verfolgt. Es gelang, eine tolle Schaustimmung in die Halle zu bringen, aber vor allem begeisterten die Schautiere.

Ein Blick in den Katalog auf die Auswahlkriterien beweist das hohe Niveau der ausgestellten Kühe: Bei den Erstlingskühen eine Einsatzleistung von 30 kg in den ersten drei Kontrollen bzw. 2.700 kg bei der 100-Tage-Leistung und einen GZW von mindestens 112 Punkten. Bei den Zweitkalbskühe eine Erstlaktation von mindestens 7.500 kg und einen GZW von mindestens 110 Punkten. Bei den Mehrkalbskühen eine Durchschnittsleistung von mindestens 8.000 kg mit einer Staffelung des GZW von 108 / 106 / 104 Punkten (3.Kalbskühe / 4.Kalbskühe / 5.Kalbskühe) und keine GZW-Grenze bei Kühen mit sechs und mehr Laktationen.

Als Preisrichter lud die Rinderzucht Steiermark Helmut Gossner von der Besamungsstation Greifenberg, Deutschland, ein. Er richtet die acht Gruppen mit Fleckviehkühen und den Vorführbewerb mit zwei Jungzüchtergruppen.

Fleckviehjungkühe

Die erste Gruppe der Erstlingskühe präsentiere mit den sehr körperhaften Kühen den Fleckviehdoppelnutzungstyp sehr gut, erklärte Gossner. Die Kühe könnten auch auf nationalen Bewerben bestehen. Besonders klar verkörperte diesen Typus die Gruppensiegerin ELENA, eine MIDWEST-Tochter von Maria und Thomas Kahr, Birkfeld. Sie zeigte Entwicklungspotential, eine stabile Oberlinie und überzeugte im Euter. Die Zweitplatzierte, GOLDI, eine noch entwicklungsfähige MORALIS-Tochter von Corina und Hannes Schweighofer, Pöllau, konnte mit ihrer Eutertextur, der Schenkeleuterhöhe und -breite punkten.

Sehr ausgeglichen zeigte sich die zweite Gruppe der Erstlingskühe. Der Preisrichter wählte Kat. 60, die GS HERZBLUT-Tochter SCHARIFA von Roland Fasching aus Oberhaag zur Gruppensiegerin mit den Worten: „Sie überzeugt in allen Einzelmerkmalen und weist eine lange Mittelhand, eine stabile Oberlinie, gute geschlossene Verbindungen und straffe Fesseln auf.“ Der Gruppenreservesieg ging an die stark entwickelte WOBBLER-Tochter ANABELL von Erich Aigner, Turnau. Bei ihr besteche besonders die Einbindung des Euters in die Bauchdecke und die Eutertextur, erklärte Helmut Gossner.

Fleckviehkühe in der zweiten Laktation

Auch die Gruppe der neumelken Zweitkalbskühe sei sehr ausgeglichen und jede einzelne Kuh habe ihre Stärken, beschrieb der Preisrichter die Gruppe. Die harmonische GS WERTVOLL-Tochter KAETHE von Georg Edlinger, Seckau, durfte den Ring als Gruppensiegerin verlassen und die finale Runde bei den Jungkühen als Reservechampion. Gossner erwähnte besonders ihre herausragende Oberlinie und ihre sehr gute Strichausbildung. Zweite in dieser Gruppe wurde KIMBERLY, eine GS Der Beste-Tochter von Johannes Bauer, Ratten. Sie begeisterte vor allem mit ihrem ausgezeichneten Euterkörper und der optimalen Beckenlänge.

Besonders angetan war der Preisrichter von der Gruppe der Kühe mit zwei Kälbern altmelk. Die Rangierung sei schwer gewesen, aber eine Kuh hätte ihn seit dem Augenblick ihres Eintretens in den Schauring begeistert: die GS WATTKING-Tochter LONDON von Helmut Harrer, Riegersburg. Kein Wunder, dass er LONDON beim Finale der Jungkühe zum Champion kürte. Herausragend waren ihr optimales Fundament und die Drüsigkeit ihres Euters. Auch in dieser Gruppe der Zweitkalbskühe konnte eine Tochter von GS DER BESTE, die ebenfalls mit ihrem Euter brillierte, den Gruppenreservesieg mit nach Hause nehmen: MARIKA von Birgit Haas, St. Lorenzen am Wechsel.

Fleckviehkühe mit 3 Kälbern

Die frischmelken Drittkalbskühe zeigten sich allesamt im Produktionstyp stehend. Alle vier Tiere waren gut entwickelt und bewegten sich auf einem stabilen, unverbrauchten Fundament. Die Entscheidung war für den Preisrichter nicht ganz leicht. Er wählte schließlich die GS WATTKING-Tochter PIA von Andrea und Franz Mandl, Fladnitz an der Teichalm, aufgrund ihrer klaren, optimal gewinkelten Sprunggelenke, der optimalen Strichausprägung und ihrer stabilen Oberlinie zur Gruppensiegerin und sie wurde auch zum Reservechampion der älteren Kühe ernannt. Ihr folgte auf Platz zwei in der Gruppe die vom Typ her sehr gefällige, sehr gut beeuterte ETOSCHA-Tochter LEVIS von Anna und Christoph Eichberger, St. Margarethen bei Knittelfeld.

Weitere vier Drittkalbskühe bildeten die nächste Gruppe. „Jede Kuh in dieser Gruppe hat ihre Stärken, aber auch kleine offene Wünsche“, meinte Gossner. Gruppensiegerin wurde die kalibrigste Kuh dieser Gruppe: die GS WERTVOLL-Tochter GITTI von Bernhard Hartl, Neumarkt in der Steiermark, die besonders mit ihrem Hintereuter glänzte. GS WATTKING als Vater schlug auch in dieser Gruppe zu: Seine Tochter LIESA von Gerhard Freigassner, Weisskirchen in der Steiermark, konnte sich mit ihrer Ausgeglichenheit, ihrer guten Eutertextur und ihrer optimal gewinkelten Sprunggelenke Platz zwei sichern.

Fleckviehkühe mit vier und mehr Abkalbungen

Die Gruppe der Kühe mit vier Kälbern präsentierte sich als eine der stärksten Gruppen der Schau und der Preisrichter wählte, wie er erläuterte, die Kuh mit dem komplettesten Gesamtpaket zur Siegerin. Und das war die MANUAP-Tochter ROSE von Rosa-Maria und Bruno Sommersguter, Wenigzell. „Sie ist zwar die kleinste in der Gruppe, ist aber sehr harmonisch und jugendlich und dominiert mit ihrem Euter und Fundament“, so Gossner. Die schwerste Kuh dieser Gruppe, die EPINAL-Tochter GULSN von Andrea und Bernhard Luckner, Kraubath/Mur setzte er auf den zweiten Rang. Bei ihr gefielen ihm das klare Fundament und das imponierende Euter. Die MANUAP-Tochter ROSE vom Betrieb Sommersguter holte sich im Finale der älteren Kühe den Championtitel.

Den Abschluss bildeten die Kühe der „Königsklasse“, also die ältesten Kühe, die bereits fünf und mehr Abkalbungen hinter sich haben. Sie unterschieden sich nicht nur in der Anzahl der Laktationen, sondern auch im Kaliber und im Euter. Der Preisrichter entschloss sich, die älteste Kuh in dieser Gruppe zur Siegerin zu ernennen. Die GS INROS-Tochter SANDRA von Gottfried Seidl, Neumarkt in der Steiermark überzeugte ihn mit ihrer Jugendlichkeit, ihrem trockenen Fundament, ihrem Hintereuter und ihrem ebenen Euterboden. KALLA, die Mutter von GS DER BESTE, holte sich Rang zwei in dieser Gruppe. Die REUMUT-Tochter von Heidemarie und Mark Kaufmann-Ferstl, Trofaiach, bestach, wie bereits ihre Enkeltöchter in den jüngeren Kuhgruppen, speziell mit ihrem ausbalancierten Euter und mit ihrem korrekten Fundament.

Die Gruppe der Zweitkalbskühe neumelk. Vorne im Bild die Gruppensiegerin und Reservechampion jung: KAETHE (V: GS Wertvoll) von Georg Edlinger

Steiermarkschau - Finalrunde jung

Ein Teil der Kühe bei der Endrunde zur Wahl des Champions jung

Jungkuhchampion: Kat.Nr. 75, LONDON, GS Wattking x GS Inros, von Harrer Helmut, Riegersburg

Jungkuhchampion: Kat.Nr. 75, LONDON, GS Wattking x GS Inros, von Harrer Helmut, Riegersburg

Seniorchampion: Kat.Nr. 90, ROSE, Manuap x Wille, von Sommersguter Rosa-Maria und Bruno, Wenigzell

Seniorchampion: Kat.Nr. 90, ROSE, Manuap x Wille, von Sommersguter Rosa-Maria und Bruno, Wenigzell

Obmann Sebastian Auernig und Geschäftsführer Reinhard Pfleger überreichten Familie Sommersguter die Fleckvieh-Austria-Ehrenglocke

Eliteversteigerung Steiermarkschau 23.10.2021 teuerstes Jungrind MERCEDES Pp x JACK

Mit 16.000 Euro war das mischerbig hornlose MERCEDES Pp-Jungrind GINGER Pp (MV: Jack) vom Betrieb Josef Luef das teuerstes Jungrind der Eliteversteigerung; es ging nach Deutschland

Präsentiert wurden auch Töchter und die Mutter von GS DER BESTE

Eliteversteigerung

Züchterisch interessante Tiere wurden bei der Eliteauktion angeboten. Als teuerstes Tier ging ein mischerbig hornloses MERCEDES Pp-Jungrind mit einem gGZW von 137 und einem MW von 126 und deutlich überdurchschnittlichen Euter- und Fundamentzuchtwerten nach Bayern. Im Durchschnitt erzielten die neun Tiere einen Verkaufspreis von 4.811 Euro. Mit einem Zuschlagspreis von 13.000 Euro war ein HERZKLOPFEN-Sohn mit GZW 143 und MW von 140 teuerster Jungstier und wurde von GENOSTAR ersteigert.

Resümee

Der zeitlich etwas größere Abstand zu den letzten Schauen ließ einen klaren neuerlichen Zuchtfortschritt erkennen. Die größten Erfolge im Schauring gingen auf das Konto von GS WATTKING, GS WERTVOLL und GS DER BESTE. Von GS DER BESTE waren sechs Töchter sowie seine Mutter KALLA (V.: REUMUT) ausgestellt und diese Verwandtschaftsgruppe wurde in einem eigenen Schaubild präsentiert: Die sehr einheitliche, mittelrahmige Gruppe stammte ausnahmslos aus dem Ersteinsatz, zeigte sich auf auffallend korrekten Fundamenten und brillierte mit höchster Euterqualität.

Ergebnisliste

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