Das Forschungsprojekt breed4green hat ein ehrgeiziges Ziel: die Rinderzucht nachhaltiger zu gestalten, indem es die genetischen Grundlagen für eine verbesserte Futtereffizienz und geringere Treibhausgasemissionen bei Fleckvieh und Braunvieh erforscht. Dafür braucht es engagierte Betriebe, die bereit sind, innovative Wege mitzugehen.
Bis 2027 sollen auf 30 Betrieben Daten erhoben werden. Der Betrieb von Johannes Tanzler in Krumbach in Niederösterreich ist einer von 15 Milchviehbetrieben, auf denen bisher Methanmessungen bei Kühen im Stall durchgeführt wurden. Er gibt uns einen Einblick, wie die Teilnahme am Projekt im Alltag aussieht, welche Erfahrungen er gesammelt hat und welche Chancen er für die Weiterentwicklung der Rinderzucht sieht.
Johannes Tanzler
Johannes, bitte erzähl uns etwas über deinen Betrieb.
Im Durchschnitt stehen 54 Kühe am Betrieb. Die zur Remontierung notwendige Nachzucht wird von einem Partnerbetrieb aufgezogen. Mit der Teilnahme am ersten FoKUHs-Projekt wurde ein Großteil der Herde und anschließend alle weiblichen Kälber genotypisiert. Um den Zuchtfortschritt zu beschleunigen, ist der Einsatz von gesextem Sperma von genomischen Jungvererbern in Kombination mit der Genotypisierung – mittlerweile immer mehr ergänzt durch Embryotransfers – das Mittel der Wahl. Kälber, die nicht für die eigene Nachzucht selektiert werden, werden vermarktet.
Wie bist du auf das Forschungsprojekt breed4green aufmerksam geworden und was hat dich motiviert, daran teilzunehmen?
Die Existenz des Projekts war mir schon länger bekannt, wobei die erste konkrete Kontaktaufnahme zur Teilnahme am Projekt über den Rinderzuchtverband NÖ Genetik erfolgte. Angeblich wäre die Herde besonders interessant für das Projekt. Die Voraussetzungen im Stall waren auch gegeben, um das Projekt ohne wesentlichen Mehraufwand umzusetzen. Da mir die Weiterentwicklung der Rinderzucht ein großes Anliegen ist, ist mir die Entscheidung, am Projekt teilzunehmen, nicht schwergefallen. Es macht mir einfach Spaß, an innovativen Projekten mitarbeiten zu können.
Wie wichtig sind für dich die Themen Methanemissionen und Futtereffizienz im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Umwelt?
Das ist ein heikles Thema, nicht zuletzt, weil Rinder wohl immer einen Methanausstoß haben werden. Aber gerade deshalb ist es wichtig, dass man auch in der Rinderwirtschaft versucht, dort, wo es sinnvoll möglich ist, die Methanemissionen zu reduzieren.
Mit dem GreenFeed-System und der Waage befinden sich während der beiden sechswöchigen Messzeiträume zwei Messgeräte im Stall. Wo wurden die Geräte installiert?
Die Waage hat ihren Platz zwischen den Selektionstoren nach dem Ausgang vom Melkroboter gefunden und das GreenFeed-System wurde in einem Übergang zwischen Laufgang und Fressgang installiert. Es musste zwar die Route des Entmistungsroboters umprogrammiert werden, aber das wurde alles über das Projekt organisiert.
Das GreenFeed-System im Einsatz
Die mitwirkenden Organisationen
Sie wollen wissen, wie die Kühe das System angenommen haben und welche neuen Erkenntnisse es gebracht hat? Das ganze Interview mit allen wichtigen Informationen lesen Sie im Fleckvieh Austria Magazin Ausgabe 6/25.
(Auszug aus dem Artikel „Forschung trifft Stallalltag – das Projekt breed4green“ von Johannes Tanzler, Landwirt und Dr. med. vet. Kristina Linke, ZuchtData, Fleckvieh Austria Magazin 6/25)









