Familie Gierer-Herrak, Steiermark

Zwischen Milchleistung und Pferdestärken

Am Fuße der beeindruckenden Kulisse der Haller Mauern, im Admonter Ortsteil Hall, liegt der Fleckviehzuchtbetrieb der Familie Gierer-Herrak, vulgo Bauernfeind. Der Hof wird seit 2021 von Reinhold und Eva Gierer-Herrak im Vollerwerb geführt. Unterstützt werden sie dabei tatkräftig von ihren Kindern Florian, Anna und Thomas sowie den Großeltern – ein echter Familienbetrieb, bei dem alle an einem Strang ziehen.

Familie Gierer-Herrak

v. li.: Florian, Thomas, Reinhold, Hermann, Eva, Elisabeth und Anna

Hof der Familie Gierer-Herrak

Der Betrieb Gierer-Herrak, vulgo Bauernfeind, in Admont, Steiermark

Der Betrieb ist ein Grünlandbetrieb mit 65 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche und 25 Hektar Wald. Die Flächen sind überwiegend flach und daher gut zu bewirtschaften. Seit über 50 Jahren wird hier Fleckvieh gezüchtet – mit Fokus auf Milchproduktion. Neben der Fleckviehzucht ist auch die Pferdehaltung ein wichtiges Standbein geworden. Rund 20 Pferde, teils eigene, teils Einsteller, werden überwiegend von Betriebsleiterin Eva und Tochter Anna betreut. Anna ist begeisterte Reiterin und nimmt regelmäßig an Turnieren teil.

Modernisierte Stallungen für mehr Tierwohl

1999/2000 wurde ein Laufstall mit Tiefboxen und Spaltenboden für 20 Kühe errichtet, der seither laufend erweitert wurde. Der großzügige Außenbereich mit Liegeboxen und Laufhof wird von den Tieren gerne genutzt. Seit 2021 sorgt ein Melkroboter für Arbeitserleichterung. Ein zweiter Standort des Betriebes – im Ortsteil Krumau – beherbergt den Großteil des Jungviehs, das dort in einem Liegeboxenlaufstall mit Auslauf ideale Bedingungen vorfindet.

Technik im Dienst der Tiere

Die Ernte wird mit hofeigener Technik durchgeführt. Die Grassilage sowie das Heu werden ausschließlich in Ballen gepresst. Herzstück im Stall ist der Hoftrac, der mehrfach täglich das Futter heranschiebt. Neu angeschafft wurde ein Mischwagen, der die Fütterung verbessert und effizienter gestaltet. Reparaturen übernimmt in bewährter Teamarbeit Sohn Florian gemeinsam mit Opa Hermann.

Thomas ist begeisterter Jungzüchter

Thomas, 14 jahre alt, ist ein engagierter Jungzüchter

Stall der Familie Gierer-Herrak

Der großzügige Laufhof mit Außenliegeboxen wird von den Kühen gerne genutzt

Anna, eine begeisterte Reiterin

Ein Teil der Pferde wird im Sommer gealpt – im Bild Anna, eine begeisterte Reiterin

 

Fütterung mit System

Die Fütterung der Milchkühe basiert auf einer totalen Mischration (TMR) aus circa 70 Prozent Grassilage, 20 Prozent Maissilage (zugekauft) und 10 Prozent Heu. Aufgewertet wird für eine Leistung von circa 24 Kilogramm Milch. Das restliche Kraftfutter erhalten die Kühe im Melkroboter. Insgesamt werden maximal 8 Kilogramm Kraftfutter verfüttert.
Die Kälber bekommen in den ersten drei Monaten Milch und eine Kälber-TMR, anschließend Grund- und Kraftfutter. Nach der intensiven Fütterung im ersten Lebensjahr wird im zweiten Jahr grundfutterbetont gefüttert. 24 Jungtiere verbringen den Sommer auf der Sulzkaralm im Nationalpark Gesäuse auf 1.455 m Seehöhe – ein echtes Plus für Gesundheit und Entwicklung.

„Wir legen großen Wert darauf, hochwertiges Grundfutter zu gewinnen. Wir mähen möglichst früh und säen, wenn möglich, auf allen Flächen regelmäßig nach“, erklären Reinhold und Eva.

Fleckviehzucht mit Leidenschaft

Im Stall Gierer-Herrak stehen die Tiere im Mittelpunkt. Alle Familienmitglieder sind begeisterte Fleckviehzüchter – kein Wunder also, dass die Stierauswahl gemeinsam erfolgt. Als Basis werden die Vorschläge des GENOSTAR-AIO-Anpaarungsplaners herangezogen und genau analysiert, um für jede Kuh den passendsten Stier zu finden. Der Fokus der Auswahl liegt auf Euter, Fundament, Milchleistung und Fitness. Eingesetzt werden vor allem genomische Jungvererber wie derzeit WUNDAWERK, GS HOJOS, GS HONORAR, WACHAU P*S, MEGASTAR Pp* und GS HOT DOG. Bei circa 15 Prozent der Besamungen werden nachkommengeprüfte Stiere eingesetzt. Ein Teil der besseren Kühe wird gezielt mit gesextem Sperma besamt, um ausreichend weibliche Nachzucht sicherzustellen.
Der jüngste Sohn Thomas ist begeisterter Jungzüchter und nimmt erfolgreich an Bewerben teil – zuletzt sogar am Bundesjungzüchterchampionat in Imst. Unterstützung erhält er dabei von der ganzen Familie.

Ein Blick in die Zukunft

Am Betrieb Gierer-Herrak will man weiterhin auf eine wirtschaftliche Kuh setzen, die Milchleistung moderat steigern und die Inhaltsstoffe verbessern. Besonderes Augenmerk gilt der Klauen- und Eutergesundheit sowie dem Kuhkomfort. So ist ein neuer Bereich für Kälber sowie ein eigener Bereich für Trockensteher geplant. Auch wenn die Entwicklung bewusst in kleinen Schritten erfolgen soll, bleibt das Ziel klar: hochwertige Milch produzieren und den Betrieb laufend verbessern.

Thomas mit den Kalbinnen auf der Sulzkaralm

Thomas mit den Kalbinnen auf der Sulzkaralm

Hoftafel Familie Gierer-Herrak

Im Stall Gierer-Herrak stehen die Tiere im Mittelpunkt

homas (li.), Florian (re.) und Anna mit ihrer Lieblingskuh MC NICE (V: GS My Best x GS Mawill), 100-Tage-Leistung: 3.103-3,60-3,19-211

Thomas (li.), Florian (re.) und Anna mit ihrer Lieblingskuh MC NICE (V: GS My Best x GS Mawill), 100-Tage-Leistung: 3.103-3,60-3,19-211

Betriebsdaten

Familie Gierer-Herrak, vulgo Bauernfeind, Hall 136, 8911 Admont

Lage: 650 m Seehöhe

Betriebsschwerpunkte: Milchwirtschaft und Fleckviehzucht, Forstwirtschaft, Pferde

Flächenausstattung: 65 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, davon 60 ha mehrschnittig, 5 ha Hutweide , 25 ha Wald

Daten der Herde:
60 Milchkühe plus Nachzucht, insgesamt ca. 120 Stück, 7 eigene Pferde und mehrere Einsteller

Milchleistungsentwicklung:

Milchleistungsentwicklung Betrieb Gierer-Herrak 

Autor: Ing. Fritz Baumann, Rind Steiermark