Cool durch den Sommer

Sinkende Milchmengen, erhöhte Zellzahlen und reduzierte Milchfettgehalte – diese Problemfelder treten typischerweise bei Hitzestress auf. Vor allem mit steigenden Milchleistungen sind unsere Wiederkäuer deutlich empfindlicher gegenüber hohen Temperaturen geworden.

Die gute Nachricht: Es gibt viele Möglichkeiten, Hitzestress wirksam zu reduzieren!

Hitzestress allgemein

Um die Thematik besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Ausgangslage der Kuh. Kühe sind deutlich temperaturempfindlicher als Menschen. Das liegt vor allem daran, dass im Zuge des Fermentationsprozesses große Mengen an Wärme entstehen. Steigen zusätzlich die Außentemperaturen, kann es schnell zu einer Überhitzung kommen.

Die Tränkerhöhe sollte ungefähr 60 cm betragen, damit eine Kuh komfortabel trinken kann

Die Tränkerhöhe sollte ungefähr 60 cm betragen, damit eine Kuh komfortabel trinken kann, Foto: Schiffer

Die erste Reaktion der Tiere ist eine reduzierte Futteraufnahme. Dadurch entsteht weniger Fermentationswärme und das Tier kann sich etwas abkühlen. Allerdings führt das gleichzeitig zu sinkenden Milchleistungen und niedrigeren Milchfettgehalten. Zudem steigt das Risiko für Stoffwechselstörungen, Klauenerkrankungen und Fruchtbarkeitsprobleme deutlich. Auffällig ist auch, dass Kühe bei Hitze vermehrt stehen, wodurch sie die Wärme besser abgeben können als im Liegen. Die Folge: geringere Liegezeiten, was wiederum die Futteraufnahme reduziert und die Klauen stärker belastet.

(Auszug aus dem Artikel „Cool durch den Sommer“ von Ing. Jonas Schiffer, unabhängiger Fütterungsberater; Tel. 0664 34 13 068 | www.isuba.at; Fleckvieh Austria Magazin 3/26)