Stierporträt

MOAB, der verlorene Sohn

MOAB AT 237.166.769 (Minor x Hurlys), Zü.: Hubert Schrems, Mettmach, OÖ

Eine Geschichte der besonderen Art weist der Fleckviehstier MOAB auf. Im Frühling 2020 noch als zukünftiger Natursprungstier für einen Milchviehbetrieb in Irland durch die Genetic Austria angekauft, kristallisierte sich MOAB nach der Weiterentwicklung des Zuchtwertschätzverfahrens als Top-Vererber der aktuellen Fleckviehzucht heraus.

Als die Ergebnisse aus dem neue Single-Step-Zuchtwertschätzverfahren im April 2021 veröffentlicht wurden, konnte man über die Zuchtwerte von MOAB kurzzeitig nur staunen. Im Schatten des Überfliegers HAMLET Pp* stieg sein GZW um sage und schreibe 17 Indexpunkte.

Zu diesem Zeitpunkt verrichtete MOAB seine Dienste als Natursprungstier auf einem Milchviehbetrieb in Irland. Der Betriebsführer war begeistert von seinen vitalen Kälbern und den leichten Geburten. Die Bestrebungen, den Stier wieder zurück nach Oberösterreich zu holen, benötigten viel Überzeugungskraft beim stolzen Besitzer, waren aber schlussendlich von Erfolg gekrönt. Der zumindest aus züchterischer Sicht verloren geglaubte MINOR-Sohn kehrte in seine Heimat zurück und wird nun an der Oö. Besamungsstation vom Stallteam bestens umsorgt. Er soll in Zukunft vielen Landwirten mit seinen Nachkommen Freude bereiten.

Gesund, langlebig und leistungsbereit

Gezüchtet wurde der beste MINT-Enkel vom bekannten Zuchtbetrieb Schrems aus Mettmach. Mit Muttervater HURLYS findet sich in seinem Pedigree ein ebenso vom Betrieb Schrems stammender Natursprungstier. Dass er somit anders und gleichzeitig alternativ gezogen ist, macht ihn nicht nur aufgrund der Linienführung interessant, sondern in gewisser Weise auch einzigartig in der Fleckviehzucht. Die Großmutter von MOAB wurde bei der Rieder Messe 2021 ausgestellt. Aus seiner leistungsstarken Mutter befinden derzeit noch weitere genetisch hochinteressante Söhne in Aufzucht.

MOAB verkörpert ein Vererbungsprofil der besonderen Art: Er ist ein absoluter Fitnessspezialist und verspricht dennoch milchleistungsbereite Töchter. Sein Zuchtwert für Nutzungsdauer ist ex aequo dem bekannten Stier SPARTACUS der höchste in der aktuellen Fleckviehzucht. Die hervorragende Töchterfruchtbarkeit wird mit bester Eutergesundheit kombiniert. Glanzstück seiner Exterieurvererbung sind die zu erwartenden Euterkörper. Hoch angesetzte, festsitzende Euter mit optimaler Strichlänge und -platzierung machen ihn nicht nur für Melkroboterbetriebe spannend. MOAB eignet sich hervorragend zur Anpaarung auf rahmige Tiere wie HERZSCHLAG-, HOOLIGAN-, MAHANGO-, IRREGUT- oder auch DER BESTE-Töchter.

Mit einem Gesamtzuchtwert von 140 Indexpunkten (Stand: ZWS Dez. 2021) und den vielversprechenden Einzelmerkmalen soll Samen von MOAB in keinem Besamungscontainer fehlen.

SIDNEY, die Mutter von MOAB

SIDNEY (V.: Hurlys), die Mutter von MOAB, in der 2. Lakt.
3/2 11.429-3,70-3,40-812

SURINA, Großmutter von MOAB

SURINA (V.: Reumut), die Großmutter von MOAB
5/4 12.047-4,52-3,45-961

Autor: Andreas Selker, OÖ Besamungsstation

weitere interessante News

Fleckviehkühe am Futtertisch Foto Kalcher