Die Familie Tanja und Thomas Sommersguter bewirtschaftet ihren Fleckviehzuchtbetrieb in Wenigzell in der Nordoststeiermark. Die Fleckviehzucht ist seit Generationen das Herz des Milchviehbetriebes. Als Züchter der Jungstiere GS HOT DOG, GS MEADOW, GS MR GOOD Pp* und MAGNETO P*S ist die Familie Sommersguter der Fleckviehzüchter des Jahres 2025.
Mit GS HOT DOG und GS MEADOW kommen gleich zwei „TOP 10-Stiere“ der Fleckviehpopulation aus ihrer Herde.
Die Familie Sommersguter
Tanja und Thomas führen den Betrieb seit 2024. Am Betrieb arbeiten die Eltern von Thomas, Rosa Maria und Bruno, tatkräftig mit. Auch Onkel Franz bringt sich nach wie vor in der Erledigung der Außenwirtschaft ein. Bei den drei Buben Theodor, Timo und Tobias ist ebenfalls Interesse an der Landwirtschaft erkennbar.
Familie Sommersguter: Eltern Rosa Maria und Bruno mit Tobias (links), Betriebsleiter-Ehepaar Tanja und Thomas mit Theodor und Timo (rechts)
Die Fleckviehzucht
Die F-Familie ist der älteste Kuhstamm in der Herde und geht auf einen Zukauf des Großvaters in den 1950er Jahren zurück. Mittlerweile sind – ebenfalls über Zukäufe – der G-Stamm und der L-Stamm hinzugekommen, wobei der G-Stamm beginnt, sich zunehmend durchzusetzen. Aus dem G-Stamm kommen die Jungvererber GS HANDSHAKE, GS HOT BOY Pp* und MAGNETO P*S, der L-Stamm brachte GS MEADOW und GS SAUSTARK hervor.
GS SAUSTARK (GS Sputnik x GS Woiwode), Foto: HAKA
GS MEADOW (Megastar Pp* x Hashtag), Foto: Moy
GS HOT DOG (Heiss x GS Wuhudler), Foto: Moy
Zuchtstrategie
Bei der Stierauswahl ist der Gesamtzuchtwert das Maß der Dinge. Betriebliches Zuchtziel ist eine Fleckviehkuh, die gerne melken geht und nicht schwerfällig ist. Der Betrieb legt bei den aktuellen Besamungen am eigenen Betrieb großen züchterischen Wert auf die Eutergesundheit. Der GZW soll nicht einseitig nur von der Milch oder nur von der Fitness getragen werden. Der Fleischwert soll am besten bei 100 liegen, der Bemuskelungszuchtwert soll nicht deutlich unter 100 liegen. Das Wichtigste ist und bleibt jedoch der Milchwert, da der Verkauf von Milch eine zentrale wirtschaftliche Rolle am Betrieb einnimmt. Es werden über 11.000 Kilogramm Milch pro Kuh an die Molkerei abgeliefert.
Thomas ist der Meinung, dass die Fleckviehzucht schon in die richtige Richtung geht. Enormen Fortschritt gab es aus seiner Sicht neben der Leistung vor allem in der Euterqualität. Wo die Fleckviehzucht aus seiner Sicht gegensteuern soll, sind der genetische Trend bei den Inhaltsstoffen und die züchterische Entwicklung in der Euterlänge.
Gespült werden Jungrinder, wenn die Abstammung und das Exterieur passen, ab einem GZW von 135. Zehn bis zwölf Spülungen wurden im Schnitt der letzten Jahre gemacht. An dieser Stelle will Thomas unbedingt einen Dank an die Tierarztpraxis Anger und Dr. Johann Wilhelm aussprechen.
Dass mit der Klauengesundheit und der Stoffwechselstabilität in Zukunft neue Fitnessmerkmale in den GZW kommen sollen, sieht Thomas Sommersguter positiv. Die Gewichtung des Milchkomplexes sollte keinesfalls reduziert werden.
Hornlosigkeit
Thomas ist jenen Züchtern dankbar, die das Hornlosallel in die Population eingeführt und die Hornlospopulation züchterisch weiterentwickelt haben. Er ist erst vor zwei bis drei Jahren in die Hornloszucht eingestiegen, vorher wurde nur sporadisch hornlos besamt. Für die Konkurrenzfähigkeit und breite Akzeptanz von Fleckvieh sei die Entwicklung der Hornloszucht wichtig.
MAGNETO P*S (Miracle Pp* x Zeiger), Foto: Penn
GS MR GOOD Pp* (Miracle Pp* x Hashtag), Foto: Moy
Zusammenarbeit mit Züchterkollegen
Thomas Sommersguter arbeitet in der Zucht mit den Betrieben Josef Schafferhofer und Hannes Posch zusammen. Gemeinsam wird weibliche Spitzengenetik zugekauft und züchterisch genutzt. Die drei Betriebe kooperieren gut miteinander und das bringt züchterischen Fortschritt für alle Beteiligten.
Schauerfolge
Im Schauwesen hat es, so Thomas Sommersguter, in den letzten zwei Jahrzehnten eine große Weiterentwicklung gegeben, auch was die Qualität der Preisrichter betrifft. „Die Leistungsgrenzen in der Milch darf man im Schauring aber nicht zu niedrig ansetzen.“
Viermal konnte die Familie Sommersguter bereits die Championkuh der Rasse Fleckvieh auf einer Steiermarkschau stellen: WAX-Tochter FALTE erreichte später eine Lebensleistung von fast 150.000 Kilogramm Milch. Aus der RANDY-Tochter FLOH stammt der Großteil der heutigen Leistungsträgerinnen in der Herde. Weitere Championtitel konnten sich die WATERBERG-Tochter FUSION und die MANUAP-Tochter ROSE, die ebenfalls aus dem F-Stamm kommt, holen. ROSE konnte sich auch auf der Fleckvieh-Bundesschau 2022 platzieren.
Fütterung
Die Kuhkälber bekommen über den Tränkeautomaten Milch und Kälber-TMR auf Stroh-Basis. Die Jungkalbinnen werden bis zu einem Jahr wie die Kühe in Milch gefüttert. Danach bekommen die Jungtiere die gleiche TMR wie die trockenstehenden Kühe, nur mit einer anderen Mineralstoffzusammensetzung. Die Totalmischration für die laktierenden Kühe, die vor dem Kalben nicht angefüttert werden, ist auf eine Milchleistung von 35 Kilogramm eingestellt. Die körperliche Kondition passt bei dieser Energieversorgung für die gesamte Herde. Gemolken wird zurzeit in einem 2×4-Fischgrätenmelkstand.
FLORIKA (GS Mounteverest x GS Vogt), Foto: Joosse
FALTE (V: GS Wax), Champion Steiermarkschau 2004, Foto: KeLeKi
ROSE (Manuap x Wille), Champion Alt, Steiermarkschau 2023, Foto: KeLeKi
FLACHGAU (V: GS Wuhudler), Mutter von GS HOT DOG, in der 2. Lakt., Foto: Moy
Ziele für die Zukunft
Auf diese Frage kommt eine schnelle Antwort von Thomas: „Gesundheit in der Familie und im Stall, Glück braucht man auch.“ Mit rund 60 Kühen hat die Familie Sommersguter eine für sie passende Größe erreicht und man hat im Sinne der Lebensqualität ein weiteres Wachstum nicht im Auge. Es wird wahrscheinlich Entwicklungsschritte in der Technik geben, um die Arbeit zu erleichtern.
Die Rind Steiermark wünscht der Familie Sommersguter viel Glück und Erfolg für die Zukunft und bedankt sich für die erfolgreiche Zuchtarbeit!
FRANJA (V: Hashtag), Mutter von GS MR GOOD Pp*, in der 1. Lakt., Foto: Moy
Autor: Dipl. Ing. Peter Stückler, Rind Steiermark


















