Eine Kuh legt sich nieder – und wenig später folgen weitere Tiere ihrem Beispiel. In einer Herde ist gemeinsames Ruhen kein Zufall.
Eine detaillierte Analyse wissenschaftlicher Sensordaten zeigt, wie Kuhkomfort, Weidehaltung und das betriebliche Management das gemeinsame Ruhen unserer Milchviehherden beeinflussen.
Rinder sind hochsoziale Herdentiere.
In einer natürlichen Umgebung streben sie danach, ihre Verhaltensweisen zu synchronisieren. Das bedeutet: Sie fressen gemeinsam und sie ruhen gemeinsam. Dieses als „soziale Fazilitation“ bekannte Phänomen festigt nicht nur den Gruppenzusammenhalt, sondern dient in der Natur auch dem Schutz vor Raubtieren.
Bei fünf bis acht Stunden Weidegang täglich nahm die synchrone Liegezeit im Sommer deutlich zu
In unseren modernen Milchviehställen ist dieses Verhalten ein wertvoller, oft ungenutzter Indikator für das Tierwohl.
Ein geringes Maß an Synchronität kann ein Warnsignal sein. Es deutet häufig darauf hin, dass rangniedere Tiere aufgrund von Platzmangel, Konkurrenz oder Stress nicht in der Lage sind, ihre natürlichen Ruhephasen an den Rhythmus der Herde anzupassen. Sie weichen auf andere Zeiten aus.
Doch ab wann spricht man von einer „guten“ Synchronität? Und wie viele Stunden am Tag ruht eine Herde wirklich gemeinsam?
(Auszug aus dem Artikel „Herdenverhalten im Fokus: Synchrones Liegen“ von Ing. Florian Staudinger, Referat Milchwirtschaft, LK Niederösterreich; Fleckvieh Austria Magazin 5/26)





