Vollversammlung von Fleckvieh Austria 2026

Ein echter Fleckvieh-Feiertag

Das diesjährige Gipfeltreffen der österreichischen Fleckviehzucht fand im Bundesland Oberösterreich im Veranstaltungszentrum Andorf statt – ein würdiger Rahmen, um ein erfolgreiches Jahr Revue passieren zu lassen und gleichzeitig das Engagement der österreichischen Züchterfamilien gebührend zu würdigen. Persönliche Worte der Laudatoren zur Auszeichnung der erfolgreichsten Betriebe im Wettbewerb „Fleckviehzüchter des Jahres“, wertschätzende Grußbotschaften der Ehrengäste sowie ein beeindruckender Betriebsbesuch machten die Veranstaltung zu einem echten Feiertag für die Leistungen der Züchterfamilien und ihrer Organisationen.

Ein Feiertag für Züchterfamilien und Verantwortungsträger aus ganz Österreich

Ein Feiertag für Züchterfamilien und Verantwortungsträger aus ganz Österreich

Fleckvieh Austria – Wer sind wir?

Ordentliche Mitglieder und damit die Basis von Fleckvieh Austria sind die elf Zuchtverbände in Österreich, die ein Herdebuch für Fleckvieh führen. In der Doppelnutzung produzieren 13.191 Zuchtherden mit 313.420 Herdebuchkühen. Damit konnte die Zahl der Herdebuchkühe im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 2.000 Kühe gesteigert werden. In der Nutzungsart Fleisch sind es 541 Betriebe mit 3.193 Herdebuchkühen. Mit einem Rassenanteil von über 75 % in der organisierten Rinderzucht nimmt Fleckvieh die klar dominierende Stellung innerhalb der Rinderrassen in Österreich ein.

Obmann Sebastian Auernig

Obmann Sebastian Auernig

Sebastian Auernig – Stimme der nationalen und internationalen Fleckviehzucht

Obmann Sebastian Auernig gewährte in seinem Bericht einen Einblick in die vielfältigen Aktivitäten von Fleckvieh Austria auf nationaler und internationaler Ebene im abgelaufenen Jahr. In seiner Funktion als Präsident der Welt- und Europavereinigung der Fleckviehzüchter vertrat er Österreichs Interessen an zentraler Stelle. Mit Unterstützung der Rinderzucht Austria sowie des Austrian Agricultural Clusters verfolgt Fleckvieh Austria konsequent das Ziel, die Marke „Fleckvieh aus Österreich“ im In- und Ausland nachhaltig zu positionieren. Die internationale Nachfrage nach österreichischer Fleckviehgenetik ist stark und ungebrochen hoch. Gleichzeitig war die Zahl der exportierten Fleckvieh-Zuchtrinder im Berichtsjahr so niedrig wie seit Jahren nicht mehr – ein klares Signal für ein begrenztes Angebot, das auch mit den für alle Produzenten erfreulichen Preisentwicklungen für Kälber, Mast- und Schlachtrinder in direkter Verbindung steht.
Abschließend verwies der Obmann auf die große Strahlkraft der kürzlich stattgefundenen Fleckvieh-Highlights in Österreich – allen voran die Bundesfleckviehschau in Niederösterreich – und dankte allen, die zum Gelingen dieser Großveranstaltung beigetragen haben.

Fleckvieh Austria – Wofür stehen wir?

Geschäftsführer Reinhard Pfleger präsentierte in seinem Bericht die wichtigsten Aufgaben des Vereins. Im Zentrum steht die konsequente Umsetzung des Zuchtprogramms Fleckvieh Austria als Grundlage für die nachhaltige Weiterentwicklung des österreichischen Fleckviehs. Das Zuchtziel verfolgt eine ökonomisch sinnvolle Balance zwischen Milch- und Fleischleistung bei gleichzeitiger Betonung der Fitnessmerkmale als Basis für ein langes und gesundes Kuhleben. Auswertungen der ZuchtData belegen die Konkurrenzfähigkeit des österreichischen Fleckviehs auch im Wettbewerb mit spezialisierten Milchrassen. Die konsequente Nutzung der genomischer Selektion ermöglicht anhaltenden genetischen Fortschritt und stärkt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Betriebe.

Fleckvieh Austria sagt Danke an das Team der Bundesfleckviehschau 2026

Fleckvieh Austria sagt Danke an das Team der Bundesfleckviehschau 2026

Darüber hinaus steht Fleckvieh Austria für fundierte fachliche Information der Züchterfamilien sowie für eine professionelle internationale Positionierung. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der direkten Unterstützung von Kunden in den Zielländern unserer Genetik mit Hilfestellungen zur Selbsthilfe, um nachhaltige Partnerschaften auf Basis von Fachkompetenz und Vertrauen aufzubauen.
Obmann und Geschäftsführer sprachen abschließend unisono ihren Dank an alle Mitgliedsverbände, Besamungsorganisationen sowie insbesondere an die Rinderzucht Austria und das Bundesministerium für Landwirtschaft für die verlässliche Unterstützung aus.

Erfolg auf fachlicher und wirtschaftlicher Ebene

Im Geschäftsbericht wurden die wichtigsten Kennzahlen sowie das Ergebnis der unabhängigen Prüfung der wirtschaftlichen Gebarung des Vereins präsentiert. Neben der fachlichen Ebene konnte auch wirtschaftlich ein positiver Jahresabschluss erzielt werden.

Neuer Verantwortungsträger im Vorstand

Im Vorstand von Fleckvieh Austria kam es zu einer personellen Veränderung. Der bisherige Obmann-Stellvertreter Matthias Bischof (RSTM) legte sein Mandat auf eigenen Wunsch zurück. In der durchgeführten Ergänzungswahl wurde Johannes Tanzler aus Krumbach (NÖ Genetik Rinderzuchtverband) einstimmig zum neuen Obmann-Stellvertreter gewählt.

Der Vorstand von Fleckvieh Austria

Der Vorstand von Fleckvieh Austria

Fleckviehzüchter des Jahres – Spitzenleistungen ausgezeichnet

Ein alljährlicher Höhepunkt der Vollversammlung ist die Ehrung der erfolgreichsten österreichischen Fleckviehzuchtbetriebe. Im Wettbewerb „Fleckviehzüchter des Jahres“ werden Betriebe ausgezeichnet, die überlegene Genetik züchten und dies mit exzellentem Management am Betrieb vereinen können.
Den Titel „Fleckviehzüchter des Jahres 2025“ sicherte sich erstmals die Familie Sommerguter aus Wenigzell (RSTM). Platz zwei ging an die aufstrebende Züchterfamilie Waldenberger aus Weibern (FIH). Rang drei sicherte sich die Familie Zauner aus Münzkirchen (FIH). Platz vier belegte die Züchterfamilie Schmidseder aus Enzenkirchen (FIH). Familie Fischer aus Peuerbach (FIH), die nicht persönlich anwesend war, sicherte sich Platz fünf in der diesjährigen Auswertung.
In ihren persönlich gestalteten Laudationen hoben Dr. Josef Miesenberger, Andreas Selker und DI Peter Stückler die betrieblichen Schwerpunkte sowie die besonderen züchterischen und menschlichen Stärken der ausgezeichneten Züchterfamilien hervor. Obmann Auernig dankte im Anschluss auch dem langjährigen Geschäftsführer der Rinderzucht Steiermark, DI Peter Stückler, anlässlich dessen Eintritt in den Ruhestand für seine prägenden Leistungen für die österreichische Fleckviehzucht.

Platz 1 - Familie Sommersguter aus Wenigzell (RSTM)

Platz 1 – Familie Sommersguter aus Wenigzell (RSTM)

Platz 2 - Familie Waldenberger aus Weibern (FIH)

Platz 2 – Familie Waldenberger aus Weibern (FIH)

Platz 3 - Familie Zauner aus Münzkirchen (FIH)

Platz 3 – Familie Zauner aus Münzkirchen (FIH)

Platz 4 - Familie Schmidseder aus Enzenkirchen (FIH)

Platz 4 – Familie Schmidseder aus Enzenkirchen (FIH)

Grußbotschaften

In den Grußbotschaften brachte Obmann Johann Hosner seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die diesjährige Vollversammlung von Fleckvieh Austria in seiner Heimatgemeinde Andorf Station gemacht hat.
Die neu gewählte Obfrau der österreichischen Jungzüchter, Julia Klammer, bedankte sich für die laufende Einbindung der österreichischen Jungzüchter in die Arbeit von Fleckvieh Austria, insbesondere im Rückblick auf die Bundesfleckviehschau 2026.
Für die Rinderzucht Austria beleuchtete Obmann Thomas Schweigl aktuelle Herausforderungen der Interessenvertretung und hob die Taktgeberrolle von Fleckvieh Austria in der Weiterentwicklung der österreichischen Rinderzucht positiv hervor.

Obmann Johann Hosner sprach als Hausherr Grußworte

Obmann Johann Hosner sprach als Hausherr Grußworte

Der Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Mag. Franz Waldenberger, unterstrich die zentrale Bedeutung der Rinderwirtschaft für die bäuerliche Wertschöpfung in Österreich. Als praktizierender Rindermäster verwies er auf die universelle Nutzbarkeit des österreichischen Fleckviehs für eine erfolgreiche Milch- und Fleischproduktion und gratulierte Fleckvieh Austria zur gelungenen Außendarstellung der Zuchtarbeit im In- und Ausland.

Betriebsbesuch bei Familie Hörmandinger

Seitens des FIH wurde im Anschluss an die Vollversammlung eine Betriebsbesichtigung bei Familie Hörmandinger in Peuerbach angeboten. Der Betrieb hat sich durch die Zucht der international stark eingesetzten Vererber MEGASTAR Pp* und MONORON weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht und konnte damit auch den zweiten Platz im Wettbewerb „Fleckviehzüchter des Jahres“ im Jahr 2023 erreichen. Einen herausragenden züchterischen Erfolg konnte die Familie Hörmandinger erst kürzlich bei der Bundesfleckviehschau 2026 feiern: Die MAHOMES P*S-Tochter SHIRLEY Pp* errang den Bundessiegertitel bei den Jungkühen.

Am Betrieb Hörmandinger

Familie Hörmandinger bot eine beeindruckende Betriebspräsentation

Starke Fleckviehkühe in Leistung und Exterieur im Stall von Familie Hörmandinger

Starke Fleckviehkühe in Leistung und Exterieur im Stall von Familie Hörmandinger

Fleckvieh Austria sagt Danke

Abschließend ergeht ein besonderer Dank an unseren Mitgliedsverband FIH für die Ausrichtung der diesjährigen Vollversammlung mit der Organisation des Veranstaltungsortes, der musikalischen Umrahmung und des Besuches am Zuchtbetrieb Hörmandinger. Damit wurde die Vollversammlung von Fleckvieh Austria einmal mehr zu einem echten Feiertag für die österreichische Fleckviehzucht.

Autor: Ing. Reinhard Pfleger, Geschäftsführer Fleckvieh Austria

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