Kooperationen, modernste Genetik und ein zukunftsorientiertes Zuchtverständnis bilden das Fundament des Erfolgs von Hannes Webers Zuchtbetrieb in St. Andrä im Lavanttal. Hier, inmitten des Kärntner Lavanttals, haben die Stiere HOCHOBIR und WILLENSTEIN Pp* ebenso ihre Heimat wie zahlreiche höchst erfolgreiche Kühe.
Die Flächen des Kalbinnenaufzuchtbetriebes liegen auf rund 700 Metern Seehöhe und bestehen vollständig aus Pachtland. Insgesamt werden 55 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftet, überwiegend Dauergrünland und Weideflächen.
Motivation und Kooperation
Schon seit seiner Kindheit war die Landwirtschaft, besonders die Tierhaltung, ein zentraler Bestandteil im Leben von Hannes Weber. Früh zeigte sich seine große Leidenschaft für die Rinderzucht. 2013 entschloss er sich, einen landwirtschaftlichen Betrieb in der Gemeinde St. Andrä im Lavanttal zu pachten. Mit dem Zukauf erster Zuchtkälber legte er den Grundstein für seinen Betrieb. Die Ergebnisse der genomischen Typisierung entsprachen jedoch nicht seinen Erwartungen – ein neuer Plan musste her.
Betriebsführer Hannes Weber mit Lebensgefährtin Nicole und den Kindern Hannes und Sara
Durch sein Engagement und seine Genauigkeit in der Rinderhaltung wurde Skuk Franz in Bleiburg auf ihn aufmerksam. Hannes nahm dort eine Stelle als Herdenmanager auf dem Montbéliarde-Zuchtbetrieb an. Zwei Jahre später begann die intensive Zusammenarbeit mit dem Fleckvieh-Zuchtbetrieb Eberhard Michael in St. Stefan im Lavanttal. Hannes wurde auch hier nach kurzer Zeit zum „Zuchtbeauftragten“ ernannt.
Startschuss für Embryotransfer
Durch einen glücklichen Zufall konnte Hannes zwei Kühe zukaufen, deren Kälber sich bei der Typisierung als besonders vielversprechend erwiesen. Dies markierte den Startschuss für den Embryotransfer am Betrieb. Ursprünglich war geplant, zwei bis drei Spülungen pro Jahr durchzuführen. Da jedoch bereits die ersten Spülungen erfolgreich verliefen und sowohl Anwachsraten als auch Typisierungsergebnisse überzeugten, wurde die Zahl der Embryotransfers erhöht und gezielt mit den besten weiblichen Tieren des Betriebes weitergearbeitet. Die steigende Zahl an Spülungen führte zu einem höheren Bedarf an Trägertieren. 2018 wurden daher Embryonen bei Kühen der Betriebe Skuk und Eberhard eingesetzt.
Bei Eberhards änderte sich dadurch die Betriebsstruktur grundlegend: Trächtige Kalbinnen wurden fortan nicht mehr verkauft, da sie entweder genomisch interessant waren oder als Trägertiere dienten. Auch am Betrieb Skuk kamen mehrere Tiere als Trägertiere zum Einsatz. Durch Hannes’ Zuchtarbeit dort entstand schließ- lich seine heutige Fleckvieh-Zuchtherde.
Erfolgreiche Linien
Aktuell kann Hannes auf eine beeindruckende Vielfalt an Linien auf seinem Betrieb blicken. Ihren Ursprung nahm diese Entwicklung mit der W- und I-Linie – aus letzterer stammt IKONE, die derzeit als zweitbeste Tochter des Stieres HOCHOBIR gilt. Aus der G-Linie stehen derzeit zehn reinerbig und drei mischerbig hornlose weibliche Tiere am Betrieb. Stammmutter war die Kuh GOODSTAR PP* (V: Waalkes Pp*, MV: GS McDrive Pp*). Aus dieser Kuh stammt das Tier mit dem höchsten GZW im Bestand: GOLDGIRL PP* (GZW 143, V: GS Mach Mit Pp*). Ebenso erwähnenswert ist die Kalbin GOLDSEIDE PP* (V: Seide P*S) mit einem GZW von 138. Aus dieser Linie stehen noch Tiere von den männlichen Vererbern WINTERGOLD P*S, EDELJOKER PP*, MANGAN P*S, GS MACH MIT Pp* am Betrieb.
Von der H-Linie gibt es bereits 19 weibliche Tiere. Stammkuh HANNI war ursprünglich das zweite Tier im Bestand. Aus ihr entstammen die Töchter HERTA und HAPPYLIFE. HERTA, die Mutter von HOCHOBIR und die Großmutter von WILLENSTEIN Pp*, überzeugt vor allem durch ihr äußeres Erscheinungsbild. Die Stärken dieser Linie liegen im Fitnessbereich, in der Langlebigkeit und der Fruchtbarkeit.
Die K-Linie, welche aktuell 16 weibliche Tiere umfasst, besticht durch das gute Exterieur. KOGONG (V: McGyver, MV: Manton) ist die erste Kuh dieser Linie, die intensiv für den Embryotransfer genutzt wurde. Aus ihr geht die Kalbin KI (V: GS Zio) mit einem GZW von 140 hervor. Töchter aus dieser Linie von den Vätern EINTRACHT, GS SPUTNIK, WILDWECHSEL, MILFORD P*S und GS STEINMANN ergänzen den Bestand.
HERTA (V: Ethos), die leistungs- und exterieurstarke Mutter von HOCHOBIR (am Foto in der 2. Lakt.), Foto: Penn
WILLENSTEIN Pp*-Mutter HABIT (V: Warlock) zeigt ein hervorragendes Fundament und Euter (am Foto in der 1. Lakt.), Foto: Penn
Stärken und Philosophie
Zu den Stärken des Betriebsführers zählen seine erfolgreichen Linien, der gezielte Embryotransfer und sein ausgeprägtes Zuchtverständnis. Im vergangenen Jahr führte Hannes 25 Spülungen durch und gewann dabei 127 Embryonen – mit einer Anwachsrate von 30 bis 40 Prozent, mit der er sehr zufrieden ist. Besonderen Wert legt er auf die Hornloszucht: Für Hannes sollte jedes Kalb die Chance auf Hornlosigkeit haben. Dabei setzt er konsequent auf die jüngste Stiergenetik mit den Schwerpunkten Milchleistung und Fitness. Er ist überzeugt, dass nur durch diese gezielte Auswahl künftige Besamungsstiere entstehen können.
Seine Zuchtarbeit strebt klar nach dem höchsten Gesamtzuchtwert, ein Ziel, welches auch in Zukunft anvisiert werden soll. Mit seiner positiven Lebenseinstellung und der Fähigkeit, aus jeder Herausforderung gestärkt hervorzugehen, legt Hannes die Grundlage für den anhaltenden Erfolg seines Betriebes.
HOCHOBIR und WILLENSTEIN Pp*
Die größten Erfolge des Züchters sind die Besamungsstiere HOCHOBIR und WILLENSTEIN Pp*. Der HASHTAG-Sohn HOCHOBIR weist einen starken Fitness- und Fleischwert auf. Auch der Milchwert, gepaart mit einer passenden Milchmenge, kann sich sehen lassen. Somit ist er ein optimaler Doppelnutzungstyp mit hervorragender Eutergesundheit und Nutzungsdauer. Für ihn spricht ganz besonders die Langlebigkeit der Kuhfamilie.
Seine Großmutter HANNI, eine WALDBRAND-Tochter, konnte mit acht Laktationen eine Lebensleistung von über 63.000 Kilogramm Milch erzielen. Urgroßmutter HERA, eine MANGOPE-Tochter, überzeugt mit zehn Abkalbungen sowie einer Lebensleistung von über 102.000 Kilogramm Milch. WILLENSTEIN Pp*, ein WONDREB Pp*-Sohn, stammt aus der selben Kuhfamilie.
HOCHOBIR (V: Hashtag) überzeugt im Fleisch- und Fitnessbereich mit besten Zuchtwerten
für Eutergesundheit und Nutzungsdauer, Foto: Oö. Besamungsstation
HERTA, die ETHOS-Tochter und Mutter von HOCHOBIR, ist die Großmutter von WILLENSTEIN Pp*. Er punktet mit seinem Milchwert, insbesondere der Milchmenge. Auch die Fitnesswerte des Jungstieres können sich sehen lassen. Mit einem sehr starken Fruchtbarkeitswert und dem positiven Kalbeverlauf ist WILLENSTEIN Pp* perfekt für Kalbinnen geeignet. Auch im Exterieur überzeugt er, wobei die Eutervererbung hervorzuheben ist.
Erfolge und Ambitionen
Mit WEISSENBACH, einem GS WOIWODE-Sohn, und TONKAWA, einem ROLLS-Sohn, wurden zwei weitere Stiere in Zusammenarbeit mit den Partnerbetrieben gezüchtet. Auf der weiblichen Seite stehen aktuell vier Tiere mit einem Gesamtzuchtwert von mindestens 140 am Betrieb. Hannes strebt danach, auch künftig herausragende Ergebnisse im Embryotransfer zu erzielen, die Qualität seiner weiblichen und männlichen Nachzucht weiter zu sichern und neue leistungsstarke Besamungsstiere zu züchten.
Ein eigener Milchviehstall ist ein lang gehegter Wunsch des Züchters.
Wir gratulieren Hannes Weber zu seinen bisherigen Erfolgen und wünschen ihm weiterhin alles erdenklich Gute in der Zuchtarbeit.
WILLENSTEIN Pp* (V: Wondreb Pp*) punktet in der Milchmenge bei positivem Kalbeverlauf und guter Fruchtbarkeit sowie mit starker Eutervererbung, Foto: Penn











