Kurzinfo Fleckvieh Austria

Populationsumfang 2020

14.317 Herdebuchzuchtbetriebe halten 302.717 eingetragene Zuchtkühe, 73 % aller Zuchtbetriebe liegen in benachteiligten Gebieten.

Insgesamt leben in Österreich 1,412.360 Fleckviehtiere, das sind 75,3 % des Gesamtrinderbestandes (2019).

Leistungsstand-Milch 2020

259.422 Vollabschlüsse der Herdebuchkühe erzielten 7.893 kg Milch, 4,16 % Fett, 3,44 % Eiweiß und 599 kg Fett + Eiweiß. Die Leistungen der 70.537 Vollabschlüsse der Erstlingskühe lagen bei 7.173 kg Milch, 4,15 % Fett, 3,41 % Eiweiß und 543 kg Fett + Eiweiß.

Leistungsstand-Fleisch 2019

Auf den zwei Eigenleistungsprüfstationen Rosenau (Niederösterreich) und Kalsdorf (Steiermark) wurden bei insgesamt 191 geprüften Jungstieren am 420. Lebenstag 1.335 g tägliche Zuwachsleistung erzielt. 464 gekörte Herdebuchstiere wiesen eine tägl. Zuwachsleistung von 1.344 g auf. Das österreichische Fleckvieh ist auch in der Mutterkuhhaltung die wichtigste Mutterrasse.

Künstliche Besamung, Zuchtprogramm und Zuchtziel

Etwa 95 Prozent aller Fleckviehrinder in Herdebuchbetrieben werden künstlich besamt.

Das genombasierte Zuchtprogramm FLECKVIEH AUSTRIA sieht vor, dass 2.400 männliche Kälber ausgewählt und genotypisiert werden. Sie werden als „Kandidaten“ bezeichnet, ihre Mütter als „Kandidatenmütter“. Aus dieser Gruppe werden 60 Jungstiere (JS) für die Künstliche Besamung selektiert. 75 Prozent der Besamungen bei den Herdebuchkühen und 90 Prozent bei den Kandidatenmüttern werden mit diesen Jungstieren durchgeführt. Aufgrund der Nachkommenleistung werden sechs dieser Jungstiere selektiert und als nachkommengeprüfte Stiere eingesetzt, zusätzlich zu gezielt ausgewählten internationalen Stieren.
Aktuell werden die im Schema angeführten 75 % Jungstiere im breiten Einsatz noch nicht erreicht, die 90 % Jungvererber in der gezielten Paarung (Kandidatenmütter) aber bereits überschritten.

Mit dem genomischen Zuchtprogramm kann rasch und effizient Zuchtfortschritt im Sinne der Zuchtziele von FLECKVIEH AUSTRIA erreicht werden. Neben den traditionellen Zuchtzielen werden auch „neue“ für die Gesellschaft wichtige Ziele wie Tierwohl und Klimaeffizienz verstärkt berücksichtigt. Die durchschnittlich erzielten Zuchtfortschritte der letzten fünf Jahre untermauern das erfolgreiche Zuchtprogramm: +3,1 Punkte im Gesamtzuchtwert, +2,3 Punkte beim Milchwert, +2 Punkte beim Fitnesswert und +77 kg bei der Milch (Quelle: ZAR-Jahresbericht 2019)

Die Selektionsgrundlage ist der ökonomische Gesamtzuchtwert, welcher gleichzeitig auch die Definition des Zuchtzieles für das österreichische Fleckvieh darstellt. Milch : Fleisch : Fitness sind im Verhältnis von 38 : 18 : 44 gewichtet. Die Fitnessmerkmale Nutzungsdauer, Fruchtbarkeit, Eutergesundheit, Kalbeverlauf, Vitalitätswert, Persistenz, Melkbarkeit, haben in Summe hohe wirtschaftliche Gewichte. Weitere Selektionsmerkmale sind die Exterieureigenschaften Rahmen, Bemuskelung, Fundament, Euter.

Vermarktung 2020

Auf über 124 Zuchtrinderversteigerungen auf 14 Standorten werden jährlich 21.000 – 28.000 Fleckviehtiere (Stiere, Kühe, Kalbinnen, Zuchtkälber) vermarktet. Zusätzlich gelangen rund 8.400 Zuchttiere im Wege der Ab-Hof-Vermarktung zum Verkauf. Insgesamt werden ca. 23.000 Fleckviehzuchtrinder exportiert. Darüber hinaus wird Genetik im Container (Sperma, Embryonen) von den österreichischen Rinderbesamungsstationen am in- und ausländischen Markt über die Genetic Austria angeboten. Besonderes Interesse finden die Fleckviehkälber für die Qualitätskalb- und Rindfleischerzeugung. Etwa 70.000 Stück werden pro Jahr über die Zuchtverbände vermittelt.

Versteigerungsorte in Österreich: